Glaube und Leben in neuen Dimensionen  

Unter dem Thema „Leben in neuen Dimensionen“ stand der Diessenhofer Generationen-Gottes-dienst am letzten Oktober-Sonntag. Bei diesem kreativen Anlass wurden Grundgedanken der Bibel in zeitgemässer Form zur Sprache gebracht. Besinnliche Texte und Segensgebete sowie die Feier des heiligen Abendmahl prägten das ereignisreiche Miteinander in der Stadtkirche.

Kontaktgeschehen zwischen Himmel und Erde

Höhepunkt des abendlichen Anlasses war eine kraftvolle Ansprache von Gastprediger Manuel Leiser (Truttikon), der für das Missionswerk „Campus für Christus“ (Zürich) tätig ist. Mit seiner fröhlichen, zupackenden Art erläuterte Leiser vor versammelter Gemeinde zentrale Grundsätze der Bibel. Er vermittelte sinnstiftende Anregungen im Hinblick auf ein lebendiges Kontaktgeschehen zwischen Gott und Mensch, indem er folgende vier Thesen entfaltete: Gottes Liebe geht über allen auf. Dennoch leidet die Menschheit unter einer tiefgreifenden Entfremdung von der Quelle des Lebens. Gottes Sohn heilt diese Entfremdung, indem er die Schuld aller Menschen auf sich lädt. Alle Leute sind eingeladen, eine individuelle Glaubensbeziehung zu Gott und Jesus aufzubauen.

Schwungvolle musikalische Klänge und mitreissende Lieder, dargeboten von der Band der Generation Church, erfreuten die Zuhörerinnen und Zuhörer, die mit Begeisterung in das Lob Gottes einstimmten. Farbige Lichtimpulse sorgen für eine stimmige und anregende Atmosphäre. Bei einem feinen Apero entwickelten sich zahlreiche Gespräche zur gegenseitigen Stärkung des Vertrauens. Die Teams für Bild- und Tontechnik, Moderation, Dekoration, Verpflegung und pastorale Begleitung leisteten ganze Arbeit, so dass der Abend zu einer rundum gelungenen Angelegenheit wurde.

Brücke zur Reformation

Die Veranstaltung war in ihrer dynamischen Ausstrahlung und Magnetwirkung eine starke Motivation, das Wagnis des Glaubens einzugehen. Das Gesamtgeschehen des Abends wirkte wie eine Aktualisierung des Gedankenguts der Reformatoren Martin Luther und Ulrich Zwingli, die bereits in ihrer Epoche klassische biblische Glaubensgrundlagen wiederentdeckten und in erfrischend zupackender Weise neu zur Sprache brachten. Indem das persönliche Dasein im Horizont des göttlichen Wohlwollens und des lebendigen Gottvertrauens ausgeleuchtet wurde, bildete dieser Diessenhofer Gottesdienst eine Brücke zum Gedenktag der Reformation am ersten Sonntag im November. Der nächste Anlass in der Stadtkirche im Format Generation Church ist am 27. November um 18.oo mit Eventrednerin und Bestseller-Autorin Damaris Kofmehl zum Thema „Vergebung“.

Kirchengeläut Stadtkirche – Umfrageblatt zur Probezeit

Die Umfrage startet am 1.11.2022 und endet am 31.12.2022.

Zwischenbilanz zum Glockengeläut und Uhrschlag

Die evangelische Kirchgemeinde Diessenhofen informiert zur im November beginnenden Umfrage

Ein halbes Jahr Probezeit liegt hinter uns: Ein halbes Jahr ohne nächtlichen stadtkirchlichen Uhrschlag. Für die einen war es eine angenehme Verbesserung. Für die anderen ein Verlust an Vertrautheit. Jede der beiden Gruppen hat Anspruch auf Lebensqualität, die unterschiedlich erfahren wird.

Jetzt Ende Oktober 2022 wird laut Beschluss des Kirchenvorstandes wieder die ursprüngliche Variante des Geläuts und Uhrschlags der Stadtkirche eingeschaltet, um der Einwohnerschaft den direkten Vergleich beider Optionen zu verschaffen: Sei es die bisher bewährte Läuteordnung (allerdings mit Verkürzung des Frühgeläuts von fünf auf drei Minuten), sei es eine reduzierte Läuteordnung, wie sie jetzt ein halbes Jahr probehalber aufgeschaltet war (einschliesslich Verkürzung des Frühgeläuts und Verzicht auf viertelstündige Uhrschläge des Nachts). Diese beiden Lösungsvorschläge wurden im vergangenen Herbst am Runden Tisch erarbeitet. Diese beiden Möglichkeiten hatten sich herauskristallisiert aufgrund der Resultate der Umfrage, die infolge der Petition gestartet worden war.

Verfassungsgemäss hat die Kirchgemeindeversammlung im März 2023 das letzte Wort. Sie entscheidet, welche der beiden Varianten in Zukunft unser klangliches Gesamtbild im Städtli bestimmt. Wir hoffen, dass die Mehrheit aller Mitbewohner mit dem Resultat leben können, das die Kirchgemeindeversammlung nächstes Frühjahr beschliesst. Frieden und Wohlbefinden, die wir erhoffen, betrifft die gesamte Einwohnerschaft: Zum einen diejenigen, die es bevorzugen, wenn die Dinge sich gerne so weiterentwickeln dürfen, wie es sich aus dem bisherigen Verlauf der Geschichte unseres Städtli und seiner Stadtkirche ergeben hat. Und diejenigen, die eine Veränderung des Bestehenden erstreben, weil sie der Meinung sind, dass nun auch im Diessenhofer Stadtkern klanglich eine Anpassung an die Trends grösserer Ballungsgebiete erfolgen sollte. Bewahrung des Überlieferten und Neuorientierung stehen sich bei dieser Entscheidung gegenüber und sind doch aufeinander bezogen. Ihnen, liebe Kirchbürgerinnen und Kirchbürger, wünschen wir eine gute Meinungsbildung und Entscheidung.

Alle Einwohnerinnen und Einwohner Diessenhofens sind gebeten, an der ab November aufliegenden Umfrage teilzunehmen. Es ist uns ein grosses Anliegen zu erfahren, welche Läuteordnung Ihnen mehrheitlich zusagt. Die Umfragebögen liegen in der Stadtkirche aus oder können von der Homepage der evangelischen Kirchgemeinde heruntergeladen werden.

Alltagsgedanken mit Tiefen- und Höhensinn

Eine prominente Dichterlesung fand am vergangenen Dienstag 18.10. im Evangelischen Kirchgemeindehaus Diessenhofen statt. Im Rahmen von „Kultur am Nachmittag“ präsentierte Doris Widler – bekannt unter ihrem Künstlernamen Doris Host – eine Fülle sinnstiftendender Alltagsgedanken. Diese entnahm sie jenen sechs Gedichtbänden, die im Laufe dreier Jahrzehnte aus ihrer Feder entstanden sind. Zu Gehör kamen Anekdoten aus der bunten Bandbreite des Daseins. Geschildert wurde das Leben in seiner persönlichen, gemeinschaftlichen und naturgegebenen Vielfalt. Damit traf die Autorin die Erwartungen und den Geschmack des Publikums. Mit humorvoll bewegter, ausdrucksstarker Stimme trug sie ihre dichterisch geformten Gedanken vor, die Heiterkeit, Nachdenklichkeit und kräftigen Beifall auslösten.

Wie auf Erden so im Himmel

Inhaltlich kreisten die Gedichte um ganz normale Vorgänge, aus denen Doris Widler einen tieferen oder höheren Sinn ableitete. Eingangs beschrieb sie den Flug eines Ballons, der zuvor am Boden gelegen hatte und erst in einem langwierigen Vorgang aufgeblasen werden musste. Mit liebevoll aufmerksamem Blick fürs Detail schilderte die Autorin, wie aus einem kümmerlichen Häuflein Stoff über die Zwischenstufe einer rundlichen Schlange sich allmählich jener riesengross prächtige Ball aufgewölbt habe, der dann zu einem herrlichen Rundflug startete – mit ungeahnten Aussichten.

Nach diesem Höhenflug schwenkte die Autorin wieder auf organisatorische Welten um, ohne freilich die höheren Welten aus dem Auge zu verlieren. Sie tat das nach dem Motto: Wie auf Erden so im Himmel. So beschrieb sie terminliche Vereinbarungen im Familien- und Kollegenkreis, die sich steigern bis hinauf zu höchstgestellten Persönlichkeiten wie dem Apostel Petrus: Selbst mit ihm sei ein Termin zu vereinbaren, und zwar deshalb, um den Eingang in den Himmel bewilligt zu bekommen.

Tägliches Wechselspiel im Horizont der Dankbarkeit

Sogar von diesem paradiesischen Höhenflug – so schön er war – ging es wieder hinab, dieses Mal ausgerechnet in die Niederungen moderner Technik. Diese habe beim Gebrauch von Natel und WhatsApp ihre besonderen Tücken, die jedoch mit Humor und tatkräftiger Mithilfe kundiger Familienangehöriger gut und gerne überwunden werden, wie Frau Widler schmunzelnd ausführte. Von einer gestohlenen Minute war alsdann die Rede, die sich erstaunlicherweise zu einer gewonnenen Zeit umwandelt, und von einem Traum, der bei näherem Hinsehen verblüffend genau die eigene Lebenswirklichkeit abspiegelt.

Den Abschluss bildeten jahreszeitliche Betrachtungen über den derzeit goldenen Herbst in seiner Strahlkraft zur Ehre Gottes. Damit wurde der Erzähl-Bogen abgerundet im Dank an den Schöpfer, in dessen Gedanken und Handlungen unser alltägliches Dasein eingebettet ist.

Feinfühliger Einblick und hintersinniger Ausblick

Im hingebungsvollen Hinschauen, meditativen Zuhören und schreibenden Gestalten liegt die Begabung der Autorin. Was sie sinnlich aufnimmt und gedanklich in grosser Zuversicht bewegt, spiegelt sich in dem, was sie niederschreibt und in Buchform veröffentlicht. „Fasziniert und inspiriert vom tieferen Sinn, welcher hinter all den täglichen Kleinigkeiten zu finden ist, versuche ich meinen Gedanken in Gedichten und Prosa eine (be)sinnliche Form zu geben“, sagt sie über sich und ihr Werk. Es seien Nachttisch-Bücher, immer zur Hand, wenn Bedarf bestehe nach einem versöhnlich-tröstlichen Einblick in unsere Welt, wie sie nun einmal ist – und wie sie dann auf höherer Ebene immer wieder neu erfahrbar werden kann.

Natur und Kultur

In Düsseldorf geboren, verbrachte Doris Widler in Büsingen ihre Kindheit und Jugend, um als Erwachsene den Schwerpunkt nach Schaffhausen zu verlegen. Im Hauptberuf war sie als Kauffrau und Katechetin tätig. Seit einigen Jahren ist die Mutter dreier erwachsener Kinder im Städtli beheimatet. Die harmonische Umgebung der Idylle des Hochrheins prägt ihr dichterisches Schaffen – wovon die nachmittägliche Veranstaltung ein beredtes Zeugnis ablegte.

Brigitta Lampert und Edith Lüdi begleiteten den Anlass mit Klavier zu vier Händen und gaben dem Ganzen eine festliche Ausprägung. Bei einem anschließenden Zvieri und angeregten Gesprächen klang diese kulturbewusste Zusammenkunft aus, die von Tanja Schum bestens vorbereitet worden war. Das nächste derartige Treffen ist am 15. November im Evangelischen Gemeindehaus Diessenhofen, und zwar wiederum mit Gedichten und Kurzgeschichten, die dann von Lilo Kottmann vorgetragen werden.

Inspirierender Jugendgottesdienst zum Thema «Dating»

Am vergangenen Dienstagabend 27. September fand in Diessenhofen der Jugendgottesdienst statt. Die Stadtkirche war durch die Schülerinnen und Schüler des Dekorationsteams kreativ geschmückt worden: Unzählige rote Herzen zierten die Wände und hüllten den Raum in die passende Stimmung zum Thema Dating. Nach der sympathischen Begrüssung durch das Moderationsteam übernahm die Jugendband und holte die Besucherinnen und Besucher mit ihren kraftvollen Songs ab.

Standfestigkeit durch die Beziehung mit Gott

Gastredner war der 20-jährige Lukas Gerber aus Tägerwilen. Der junge Thurgauer hat diesen Sommer die Matura erlangt und beabsichtigt, nach seinem Zivildienst den Weg des Theologiestudiums einzuschlagen. Dass er damit auf dem richtigen Weg ist, bewies er an diesem Abend: Gekonnt führte er in das vielschichtige Thema ein und richtete passende Worte an die Besucher aus allen Generationen. Beziehungen seien wie ein Kartenhaus, dem es auch an Stabilität mangeln könne, führte er aus. Wer sein Glück auf eine Beziehung aufbaue und seinen Wert in anderen Personen suche, werde keine Erfüllung finden. Vielmehr gehe es darum zu erkennen, welchen Wert jeder einzelne Mensch in Gottes Augen hat. Entziehe man sich der Abhängigkeit von anderen Menschen und mache man sich seinem Wert in Jesus Christus bewusst, würden sich nicht nur Wege für eine gesunde Beziehung zu sich selbst eröffnen, sondern auch für Beziehungen mit anderen. Diesen Schlüsselpunkt umrahmte Gerber mit passenden Bibelstellen, die seine Worte tiefgehend untermauerten.

Abgestimmte Elemente

Die Theatergruppe studierte ein thematisch passendes Theater ein. Darin sucht eine junge Frau nach ihrem Herzblatt, das sie am Ende des Stückes in feierlichem Ambiente aus drei Männern aussucht. Die Jugendband gab daraufhin den Song «Just the way you are» von Bruno Mars zum Besten und sorgte für die passende Stimmung. Auch der anschliessende Apéro war perfekt auf das Thema abgestimmt: Nebst dem traditionellen Hotdog und leckerem Kuchen wurden allen Besucherinnen und Besuchern Lebkuchenherzen offeriert, die liebevoll mit Zuckerguss in allen Farben verziert waren. Beim Geniessen des Apéros ergaben sich wertvolle Gespräche und Begegnungen, bei welchen man den Abend stimmungsvoll ausklingen liess.

Erntedank in familienfreundlicher Stimmung

Stadtkirche im Glanz der Erntegaben

Vergangenes Wochenende feierte die evangelische Kirchgemeinde Diessenhofen das Erntedankfest. Aus diesem Anlass wurde der Chor- und Altarraum der Stadtkirche am Samstag von fleissigen Helferinnen prächtig geschmückt mit gespendeten Feld- und Gartenfrüchten, die später der Gassenküche Schaffhausen zugute kommen. In einem solch naturnahen, farbenfrohen Gotteshaus startete am Sonntag ein familienfreundlicher Gottesdienst mit einem packenden Schülertheater, das Religionslehrerin Karin Schmid mit den Fünftklässlern eingeübt hatte. Sie wurden unterstützt von Helferinnen und Helfern, die mit grossem Engagement dafür Sorge trugen, dass der Anlass ein gelungenes Ereignis wurde zur Ehre Gottes und zur Freude der ganzen Gemeinde, die aus vollen Kehlen das Danklied anstimmte: „Wir pflügen und wir streuen.“

Schicksalsgestalt Elia

Thema war die Geschichte des Propheten Elia in der grössten Krise seines Lebens, als eine mehrjährige Hungersnot das Land erbarmungslos plagte. Anschaulich zeigten die theaterspielenden Schülerinnen und Schüler, wie der Prophet durch verschiedene Gotteswunder vor dem Zugriff des gewalttätigen Königs Ahab und dem drohenden Hungertod bewahrt wurde.

Besonders urwüchsig und humorvoll wurde jene Szene an einem Nebenfluss des Jordan präsentiert, da Elia von Raben, die ihn an seinem Geheimversteck umfliegen, mit Brot und Fleisch versorgt wird. Die Raben wurden von Schülerinnen und Schülern in schwarzen Kostümen und aufmontierten Schnäbeln dargestellt, die den auf dem Boden hockenden und Trübsal blasenden Propheten mehrfach umkreisen und aufmuntern mit ihren Essensgaben, die sie direkt vor ihm in seinen Teller fallen lassen – worauf er in grosser Erleichterung ein Dankgebet anstimmt. Die Orgel, gespielt von Annedore Neufeld, trug zur gelungenen Darbietung bei, indem sie die Szene mit lautmalerischen Melodien begleitete.

Nicht jammern, sondern beten

In ihrer Predigt nahm Karin Schmid Bezug auf Gottes Wunderkraft, die auch heutigen Tages erlebbar sei – besonders in jetzigen Krisenzeiten. Der Mensch sei berufen, aktiv und selbstbestimmt auf Gottes Hilfsangebote zu antworten. Anstatt nutzlos herumzulungern und passiv sein Schicksal über sich ergehen zu lassen, solle man sich lieber direkt und ohne Scheu an Gott wenden, den Geber aller guten Gaben. Wichtig sei es, ihm anschliessend für seine geleisteten Hilfsmassnahmen zu danken. Und wenn nach anfänglichen Rettungsaktionen ein abermaliger Einbruch und Absturz droht? Dann solle man sich ein Beispiel am Propheten Elia nehmen, der in der Dauerkrise nicht anfing zu jammern, sondern frank und frei erneut den Dialog nach oben suchte. Derjenige werde gesegnet, der am Ball bleibt und entschlossen den Kontakt mit Gott beibehält, ja diesen Kontakt nachhaltig ausbaut allen widrigen Umständen zum Trotz.

Dank mit Wort und Tat

Im weiteren Verlauf der Predigt nahm Frau Schmid Stellung zu Elias Aufenthalt bei einer heidnischen Frau im phönizischen Nachbarland – also bei jener Witwe, die trotz eigener Notlage dem Propheten mehrere Freundlichkeiten erweist, bevor sie mit dem Wunder eines nie versiegenden Ölkrugs und eines nie leer werdenden Mehltopfs belohnt wird. „Gott sucht Menschen, die an ihn denken, ihm vertrauen und dankbar sind. Er belohnt unsere Freigiebigkeit mit seinen Gaben, die er uns in Hülle und Fülle zukommen lässt, darum lasst uns damit anfangen, in seinem Namen Gutes zu tun“, fasst Karin Schmid ihre Ausführungen zusammen.

Gegen Ende der Veranstaltung bekamen alle jungen, mittleren und älteren Besucherinnen und Besucher ein Kärtchen überreicht mit dem aufgedruckten Tischgebet: „O Gott, von dem wir alles haben, wir preisen dich für deine Gaben. Du speisest uns, weil du uns liebst, nun segne auch, was du uns gibst.“ Bei einem feinen Apero klang dieser anschauliche und erlebnisreiche Gottesdienst aus. Ein herzlicher Dank gilt dem gesamten Team, das mit Präsentation der Erntegaben, Bild- und Tontechnik, Dekoration, Ausstattung und Kostümen, Schriftlesungen und Gebeten zum gemeinschaftlichen Gelingen beitrug.

Quelle der Kraft – Gottesdienst der Generation Church

Kraftorte des Lebens

Es war wieder soweit: Am Abend des letzten Juni-Sonntags öffnete die Diessenhofer Stadtkirche ihre Pforten für die Generation Church – also für jenen Gottesdienst, der mit Musik und Technik, Licht und Klang, farbigen Bildern und ausdrucks-starken Symbolen eine zeitgenössische Wohlfühl-Atmosphäre im altehrwürdigen Kirchenschiff erzeugt. Dieser Anlass stand unter dem Thema: „Gott ist meine Quelle“. Der Chorraum wurde zur Präsentationsfläche für ein Programm, das alle Sinne ansprach und die Besucherinnen und Besucher ganzheitlich in Beschlag nahm. Die Präsentation wirkte modern, frei und beinahe weltlich – und war doch geprägt von einem tiefen Empfinden für Glaube, Liebe und Hoffnung.

Ströme des Glücks

Die emotionale Ergriffenheit der Zuhörer gelangte während der Lieder und Gebete, Lesungen und Wortbeiträge immer wieder an Höhepunkte, so auch während der Ausführungen von Sozialdiakonin und Religionslehrerin Karin Schmid. Wie anhand Psalm 36 erläutert wurde, sei Gott die „Quelle des Lebens“, aus der ein Strom an Zufriedenheit und Glück hervorfliesse: „Gott ist der Ursprung von allem positivem Leben“, betonte die Rednerin.

Diese Zusammenhänge vertiefte sie anhand der Gestalt des Isaak, des Sohnes Abrahams, der Gottes Verheissungen zugunsten des Stammvaters auf eigene Weise fortgeführt habe. Das werde vor allem bei jenem unermüdlichen Brunnenbau deutlich, von Isaak und seinen Mitarbeitern mit Hingabe und Einsatzbereitschaft betrieben, und zwar trotz massiver Widerstände von Neidern, Mobbern und missgünstigen Nachbarn (1. Mose Kapitel 26, Verse 12 bis 33).

Zusammenarbeit mit Gott

Besonders der zweitletzte Brunnen, von Isaak erbaut, habe es in sich gehabt, betonte Frau Schmid. Allein schon der Name Rechobot („weiter Raum“) sei eine Offenbarung, weil darin ein symbolisches Programm stecke: Der Glaube sei wie ein weiter und freier Raum, in den man hineingeführt werde und der es ermögliche, eigene Begabungen auszubauen zu Gottes Ehre und zur Freude der Mitmenschen.

Der letzte Brunnenschacht, von Isaaks Mitarbeitern gegraben, habe den Namen Schiba („Siebenbrunnen“) getragen. Sieben sei die Zahl der Vollkommenheit, führte die Referentin aus. Das sei wie bei einem Würfel: Die gegenüberliegenden Zahlen – im Fall ihrer Addition – ergäben immer die Zahl sieben. Dies sei ein Bild für das geniale Zusammenwirken von Gott und Mensch: „Wenn wir geben, was wir haben, gibt Gott den Rest dazu. Isaak praktizierte seinen Glauben, er gab nicht auf, war flexibel, dankte Gott – und erlebte göttlichen Segen.“

Technik und Band, Chorklänge und dekorative Farben, Moderation und meditative Abschnitte lockerten den Ablauf auf und vermittelten ein Gefühl von Wärme und Geborgenheit. Bei einem erfrischenden Apéro und angeregter Unterhaltung klang der abendliche Anlass in innerer Harmonie aus.

Gott kommt überraschend – Gottesdienst der Youth Church

„Der Heilige Geist ist stets aktiv und immer für eine Überraschung gut“, lautete die Kernbotschaft des Jugendgottesdienstes am vergangenen Dienstag in der Diessenhofer Stadtkirche. Die Post ging so richtig ab, als Schlatter Jugendliche ein Schauspiel über das Thema Surprise („Überraschung“) aufführten. Dabei machten sie die erschütternde Geschichte des Propheten Elia anschaulich. Das Charakterbild dieses energiegeladenen Mannes wurde im Spannungsfeld zwischen Zweifel und Hoffnung plastisch präsentiert. Mächtig erscholl die Stimme Gottes wie aus höheren Sphären herab, die den Propheten mit der Aussage überraschte: „Ich will mit dir in Ruhe sprechen“. Sehr schön und treffend vermittelte das Schülertheater den Eindruck, dass Gott uns Menschen sicher und direkt begegnet – aber oft anders kommt, als man denkt: nicht nur in tobenden Feuerstürmen, nicht nur im fürchterlichen Erdbeben, nicht nur in dramatischen Schicksalsschlägen, sondern vor allem in der leisen Stimme des Gewissens.

Mitreissende Klänge

Die Jugendband begeisterte mit kraftvollem Sound und vermittelte einzigartige emotionale Höhepunkte. Die versammelte junge Gemeinde aus dem Städtli und den umliegenden Ortschaften liess sich von der wuchtigen Dynamik mit-reissen, klatschte rhythmisch zu den Liedern und sang aus voller Kehle. Gott, Jesus Christus und der Heilige Geist wurden in den Musikstücken unmittelbar und namentlich angerufen. Dadurch entstand inmitten einer populären und schwungvollen Atmosphäre ein Gefühl von Ehrfurcht und Heiligkeit.

Schönste Früchte des Lebens

Religionslehrerin Karin Schmid übertrug sodann die Erfahrungen des Propheten Elia auf die heutige Lebenslage junger Menschen: „Höre auf den Heiligen Geist, suche die Stille und das Gebet,“ forderte sie auf. Gottes Türen stünden weit offen, und an dieses Angebot könne man jederzeit gut und gerne andocken. Zugleich legte die Predigerin dar, wie der Heilige Geist gemäss Galaterbrief Kapitel 5, Vers 22 wertvolle charakterliche Ausformungen und ethische Haltungen in uns wachsen lasse – nämlich „Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Güte, Glaube, Sanftmut, Treue“.

Diese guten Eigenschaften waren vom Dekorations-Team auf Schildern, die quer über dem Chorraum an einer Schnur aufgereiht wurden, aufgemalt worden. Im Anschluss an die Predigt wurden die jungen Besucherinnen und Besucher aufgefordert, sich persönlich auf eine dieser Eigenschaften zu besinnen und dafür symbolisch eine Kerze zu entzünden.

Geist der Gemeinschaft

Dieser Abend führte die Bewegung vor Augen, die die Diessenhofer Youth Church (Jugendkirche) entwickelt, indem sie Handlungspotentiale der reformierten Gemeinden Schlatt, Basadingen-Schlattingen-Willisdorf und Diessenhofen bündelt. Dieser besondere Gottesdienst-Typ hat sich zu einem Mittelpunkt des städtischen und regionalen Gemeinde-Daseins entwickelt. Jugendliche Begabungen werden gefördert und gefordert in Ton- und Bildtechnik, Chor, Band, Dekoration, Moderation, Werbung und Verpflegung. In regelmässigen Arbeitsgruppen entsteht im schöpferischen Zusammenwirken ein vitaler Gemeinschaftsgeist. Deshalb war es nur folgerichtig, dass gegen Ende des abendlichen Anlasses David Oberholzer, Alain Clenin und Keira Mascherin – stellvertretend für sehr viele andere junge Mitarbeitende – für ihren tüchtigen ehrenamtlichen Einsatz geehrt wurden. In einer leutseligen und fröhlichen Stimmung klang das abendliche Erlebnis bei einem währschaften Apéro aus.

Flüchtlinge aus der Ukraine in Diessenhofen

Diese Personen sind aktuell Privat untergebracht. Damit die Stadtverwaltung den Überblick behält, wer sich wo aufhält und wie diese Personen im Bedarfsfall erreicht werden können, werden alle geflüchteten Personen aus der Ukraine gebeten sich aktiv bei der Stadtverwaltung Diessenhofen, Einwohnerdienste, zu melden (wenn möglich mit Ausweispapieren).
Die Stadtverwaltung hat in diesen Tagen eine Regionale Task Force ins Leben gerufen. Nebst den politischen Gemeinden Diessenhofen, Basadingen-Schlattingen und Schlatt sind auch die Schulen (VSGDH), der Verein Soziale Dienste Untersee & Rhein, die Kirchen sowie Integrationsfachpersonen in dieser Task Force.

Informationen Stadgemeinde Diessenhofen

Das Städtli schreibt Geschichte

Ostergottesdienst für ukrainische Flüchtlinge

Am vergangenen Sonntag ereignete sich eine absolute Neuigkeit in der Diessenhofer Stadtgeschichte: ein mehrsprachiger Gottesdienst in der Stadtkirche fand grosse Resonanz bei etwa 100 Besucherinnen und Besuchern. Zahlreiche Flüchtlinge aus der Ukraine mitsamt ihren Quartiergebern von beiderseits des Rheins fanden sich ein. Gemeindeglieder aus dem Städtli und der Umgebung – insbesondere aus Gailingen und Büsingen – liessen es sich nicht nehmen, diesen Anlass gespannt mitzuverfolgen. Dies geschah aus Anlass des orthodoxen Osterfestes, das gemäss dem julianischen Kalender dieses Jahr eine Woche nach unserem Osterfest stattfindet.

Zweisprachige Darbietung

Die festliche Liturgie mit Wechselgesängen zwischen Pfarrer und Gemeinde erfolgte nach der Gottesdienstordnung der benachbarten badischen Landeskirche. In den Ablauf wurden Gedanken und Anregungen aus der osteuropäischen Frömmigkeit eingeflochten. Die Lesung des Bibeltextes aus der Apostelgeschichte des Lukas Kapitel 10, 34-43 besorgte mit muttersprachlich kräftigem Einsatz Frau Lubov aus Lwiw (Lemberg/Westukraine). Bestens auf diese Veranstaltung zugeschnitten waren die mehrsprachig singbaren Lieder aus Taizé ebenso wie die Gebete, die auf russisch und deutsch erklangen. Da fast alle Flüchtlinge neben ukrainisch auch perfekt russisch sprechen, gab es kein Problem beim Verstehen; zudem lag die ukrainische Fassung der Predigt in schriftlicher Form auf.

Ganzheitliche Zukunft

In seiner auf russisch und deutsch vorgetragenen Osterpredigt betonte Pfarrer Gottfried Spieth, dass die Auferstehung Jesu Christi eine ebenso körperliche wie geistige Bedeutung habe. Sie verschaffe allen Menschen Hoffnung: und zwar im Hinblick auf eine ganzheitliche Erneuerung der Welt, die der wiederkommende Herr bewerkstelligen werde – und die mit kleinen Schritten jetzt schon beginne.

Natascha Albash brachte österlich anregende Orgelmusik zu Gehör. Messmer Andreas Birrer sorgte für eine reibungslose gottesdienstliche Organisation. Im Anschluss versammelte sich eine grosse mehrsprachige Schar im Kirchgemeindehaus zum Kirchenkaffee. Hierbei wurden zahlreiche West-Ost-Kontakte geknüpft und vertieft im Geiste von Frieden und Völkerverständigung. In dankbarer Stimmung ging man auseinander in der Hoffnung auf einen baldigen ähnlichen Anlass.