Auf den Spuren der Reformation in Zürich

Der Mittwoch 24. April war ein Höhepunkt im Schul-Alltag von 17 reformierten Siebt- und Achtklässlern der Sekundarstufe Diessenhofen. Im Rahmen eines Religionshalbtags fuhren sie unter Leitung von Religionslehrerin Karin Schmid und Pfarrer Gottfried Spieth nach Zürich. Dort lernten sie zwei Hauptgebäude der reformierten deutschsprachigen Schweiz kennen: das Grossmünster und das Fraumünster.

Von Künstlern, Nonnen und Reformatoren

Die SBB brachte die muntere Truppe rechtzeitig in die Stadt an der Limmat, sodass um 10.00 die Führung beginnen konnte. Unter kundiger Anleitung von Herrn Kamlah begab man sich zunächst ins Fraumünster. Hier bewunderten die Schüler die weltberühmten, von sanftem Morgenlicht durchfluteten Glasmosaik-Fenster des russisch-jüdischen Künstlers Marc Chagall (1887-1985). In der Gruft erfuhren sie vom Schicksal der letzten Äbtissin des Fraumünster-Klosters, Katharina von Zimmern (1478-1547). Diese bedeutende Katholikin habe sich nach längerer Bedenkzeit der Reformation angeschlossen, hiess es. Ein theologischer Kontakt zu dem leitenden Zürcher Geistlichen, dem Leutpriester und Reformator Ulrich Zwingli (1484-1531), habe sie in diesem Schritt bestärkt. 1524 habe sie das Kloster zu treuen Händen dem Stadtrat übergeben, geheiratet und eine Familie gegründet – wobei sie in ihrem späteren Leben zeitweise in Diessenhofen gewohnt habe.

Von Bilderstürmern und Prachtbibeln

Auf den Spuren dieser denkwürdigen Persönlichkeit spazierten die 17 Diessenhofer Schüler über die Limmatbrücke zum Grossmünster, wo die Führung fortgesetzt wurde. Hier standen zunächst die Glasmosaik-Fenster des Graubündner Künstlers Augusto Giacometti (1877-1947) im Mittelpunkt. Interessant war zu hören, dass während der Reformationszeit alle Bilder, Skulpturen, Altäre, Schmuckstücke, Kreuze und sogar Orgeln aus den Zürcher Kirchen entfernt wurden, meist in Nacht-und-Nebel-Aktionen.

Herr Kamlah lotste die Diessenhofer Gruppe sodann auf verborgenen Pfaden in die Sakristei des Grossmünsters, in die normalerweise kein Tourist hineinkommt. Mit grossem Interesse wurden zwei riesige, prachtvoll illustrierte Zwingli-Bibeln aus dem 16. Jahrhundert bestaunt. Der Reformator mit seinem Team habe von Mitte bis Ende der 1520er Jahre eine dem schweizerdeutschen Dialekt angepasste Übersetzung erarbeitet, wusste Herr Kamlah zu berichten. Der heutige Geldwert jener historischen Prachtbibeln könne im Falle einer Auktion bis zu eine halbe Million Franken ausmachen. Eine Turmbesteigung mit weitem Rundblick beendete den Rundgang durch beide Hauptkirchen. Nach einem Picknick auf dem Vorplatz und einem Glace unterwegs erreichte man wohlbehalten den Hauptbahnhof und war am frühen Nachmittag wieder zu Hause in Diessenhofen.

Diessenhofer Jugendgottesdienst

Diese Impulse des Religionshalbtags werden in festlicher Weise ausgeweitet auf alle reformierten Schüler 6. bis 9 Klasse aus Diessenhofen und den umliegenden Orten. Dies geschieht beim Jugendgottesdienst am heutigen Dienstag 30. April um 19.00 in der Stadtkirche. Zum Thema des Abends „Die Berufung des Mose“ präsentieren Schlatter Jugendliche ein packendes Theater, während die Band flotte Lieder spielt. Ein schmackhafter Apero rundet das Ganze ab. Zu diesem Ereignis ergeht herzliche Einladung an die junge Generation aus dem Städtli und der Region sowie an die Eltern und Grosseltern.

Ökumenischer Weltgebetstag in Schlatt

Schlatt lud am 01. März zum diesjährigen Weltgebetstag ein unter dem Motto: „Durch das Band des Friedens“ (Epheser 4,3). Christliche Frauen aus Palästina hatten in einem mehrjährigen Vorlauf jene Gebets-Liturgie ausgearbeitet, die an diesem ersten Freitag im März weltweit zur Anwendung kam. Sie war darum auch in unzähligen katholischen und evangelischen Kirchgemeinden der Schweiz der Leitfaden, an dem man sich hielt.

Durch das Band des Friedens“

Eine muntere Schar von Frauen und Männern der Diessenhofer Region versammelte sich in der Schlatter evangelischen Kirche. Ortspfarrerin Sabine Aschmann eröffnete die Veranstaltung mit einem Grusswort. Darin ging sie auf die schwierige Lage ein, der das Heilige Land derzeit ausgesetzt ist im Spannungsfeld zwischen Israel und Palästina, und wies auf Jesus Christus als den Herrn aller Völker hin. Ein eleganter palästinensischer Tanz, dargeboten von Frauen der regionalen Vorbereitungsgruppe, schloss sich an. Sodann wurde eine grüne Kerze als Symbol für Palästina und die Hoffnung auf baldigen Frieden entzündet. Dadurch war der Weg frei für ein neues Hinhören auf dieses Land und seine Leute. Anrührende Friedens- und Segenslieder, am Klavier begleitet von Peter Fischer, erwärmten die Herzen und Sinne. Sie schufen eine Einstimmung in gesegnete Atmosphäre des Abends.

Gebete der Mitmenschlichkeit

Drei Frauen aus dem Vorbereitungsteam trugen Erfahrungsberichte palästinensischer Frauen vor. Hierbei ging es um Einzelschicksale dieses Volkes und seiner Menschen in Bezug auf den Staat Israel, der seit 1967 die palästinensischen Kernlande am Westufer des Jordan unter seiner Oberaufsicht hat. Deutlich wahrnehmbar war die Erfahrung von Leid, aber auch der Wunsch nach Gleichberechtigung und Selbstbestimmung. Bemerkenswert war das Bemühen, sich jeglicher politischer Wertung oder Anklage zu enthalten.

Die Besucher notierten ihre Gebetswünsche auf Karten, die an einer Leine im Chorraum angeheftet wurden als Zeichen für das „Band des Friedens“. In einer feierlichen Fürbitte wurde diese Anliegen vor den Herrn gebracht. Das Unser-Vater wurde auf deutsch und arabisch vorgetragen. Der Abend war an einem seiner Höhepunkte angelangt. Eine unsichtbare Vernetzung wurde geknüpft zu den etwa 70 000 Christen in Palästina, die es neben der muslimischen Mehrheit von knapp 5 Millionen gibt.

Orientalische Gastfreundschaft

Im Anschluss an Liturgie und Fürbitte versammelte man sich im Gemeindehaus bei palästinensischen Spezialitäten, von Ehepaar Kaspari aus Schlattingen liebevoll zubereitet. Dank orientalischer Gastfreundschaft herrschte eine heitere Stimmung im Vertrauen auf die Grossherzigkeit des himmlischen Vaters, der alle Menschenkinder auf der Welt in sein Herz geschlossen hat. „Durch das Band des Friedens“ wurden an diesem Abend unterschiedliche Menschen und Völker zusammengebracht, die ihr Leben alle demselben Herrn und Heiland Jesus Christus verdanken.

 

 

 

Adventsfenster am 18. mit Friedenslicht

Diessenhofen war am vergangen Montag Abend Schauplatz des Adventsfensters der reformierten Kirchgemeinde. Zugleich fand ein ökumenisches Ereignis statt, das Licht und Klang, Feuer und Lieder, Kerzenflammen und menschliche Stimmen zu einem Gesamterlebnis vereinigte. Auf dem Vorplatz der Stadtkirche hatte sich eine grosse Schar an Besuchern eingefunden, um mitgebrachte Kerzen am Friedenslicht zu entzünden. Dieses war von einer munteren Schülergruppe von der katholischen Kirche Bruder Klaus zum Vorplatz der evangelischen Stadtkirche gebracht worden, wo die die jungen Freundinnen und Freunde weihnachtliche Friedensgedichte vortrugen.

„So lass mich doch dein Kripplein sein“

Drinnen wurden alsdann Advents- und Weihnachtsweisen unter Leitung von Annedore Neufeld angestimmt. Festlicher Glanz erfüllte das Kirchenschiff, das aus dem Chorraum durch Adventskranz und Christbaum erleuchtet wurde. Eine besinnliche und zugleich nachdenkliche Stimmung erfasste die Teilnehmer dieses aussergewöhnlichen Anlasses. Die Sehnsucht nach Frieden war handgreiflich spürbar. Der Trost der alten und neuen Gesänge, die aus voller Brust erklangen und wunderschön am Flügel begleitet wurden, war hautnah zu erleben. Mit sensiblen Anmerkungen erschloss Frau Neufeld den Sinn der Texte und Melodien für das gegenwärtige und persönliche Leben. Ein besonderes Augenmerk legte sie auf Paul Gerhardts Choral „Ich steh an deiner Krippe hier“, vertont von Johann Sebastian Bach, mit dem innerlich tief berührenden 6. Vers: „So lass mich doch dein Kripplein sein; komm, komm und lege bei mir ein dich und all deine Freuden.“

Das Licht und der Friede des Heilandes

Eine tief zu Herzen gehende Liebe zu Jesus Christus verband sich an diesem Abend mit einem betenden Gedenken an Frieden und Versöhnung. Dieser Trost des Glaubens erfüllte die versammelte Singgemeinde und gab Anlass zu begründeter Hoffnung für die leidgeprüfte Welt. Bereits zu Beginn der Veranstaltung hatte Robert Weinbuch, katholischer Gemeindeleiter des Pastoralraums See und Rhein, über Geschichte und Bedeutung des Friedenslichts berichtet, das dieses Jahr von einer palästinensischen Christin in Bethlehem entzündet und über Wien und Zürich seinen ökumenischen Lauf bis nach Diessenhofen zum Adventsfenster der Stadtkirche fand.

Die Veranstaltung klang mit einem währschaften Apero bei Punsch, Glühwein und Kürbissuppe und in lebendigem geselligem Miteinander aus. Am Heiligen Abend wird diese frohgemute Stimmung in der Stadtkirche fortgesetzt mit dem Krippenspiel um 17.oo und am 25. Dezember um 9.45 mit einem festlichen Abendmahlsgottesdienst, den Saskia Quené mit Sologesängen bereichert.

Aus dem Alltag eines Diessenhofer Glas-Fans

Im Rahmen von „Kultur am Nachmittag“ trat Monika Orsinger am vergangenen Dienstag Nachmittag im evangelischen Kirchgemeindehaus Diessenhofen auf. Über die Faszination, die Glas in der transparenten Brechung von Licht und Farbe verbreitet, machte sie spannende Ausführungen. Sie beleuchtete den geschichtlichen Hintergrund der Glasherstellung im historischen Raum der Schweiz und in den benachbarten Gebieten, etwa im Schwarzwald. Mit liebevoller Hingabe an das Detail erzählte sie, wie das Glas handwerklich gemacht, sorgfältig geblasen, kraftvoll gebrannt, stimmungsvoll gefärbt wird. Eindrucksvoll erläuterte sie jene speziellen Öfen, die zur Bearbeitung notwendig sind. Sie verwies auf die energietechnischen Variationen (natürliches Feuer oder Elektrizität), womit diese Öfen gespeist werden. Breit entfaltete sie die künstlerischen Möglichkeiten, die sich bei der schöpferischen Formgebung des Glases ergeben, und bei den Gravuren, die am Glas angebracht werden können. Anschaulich präsentierte sie eine originelle Sammlung kunstvoller Gläser, Schalen und Gefässe, die sie zum grossen Teil selbst in ihrem Atelier hergestellt hat, darunter farbige Exponate von besonderer Leucht- und Strahlkraft.

Kulturgeschichte des Glases

Im Anschluss an den Vortrag entwickelte sich in gemütlicher Kaffee-Runde ein fruchtbares Gespräch mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Veranstaltung. Hierbei wurde das Thema in kulturgeschichtlicher Weise erweitert. Dabei durften Hinweise auf das Vorkommen von Glas in den prophetischen Büchern der Heiligen Schrift nicht fehlen. In ihren eindringlichen, höchst lebendigen Ausführungen griff Monika Orsinger auf einen reichen Erfahrungsschatz zurück, den sie sich in über 20-jähriger Tätigkeit in ihrem „Moglas-Atelier“ an der Diessenhofer Rheinstrasse erarbeitet hat; dort bietet sie Fortbildungskurse für Kinder und Erwachsene an.

Tanja Schum danke der Referentin zum Beschluss mit ebenso launigen wie herzlichen Worten und überreichte ein Präsent der Kirchgemeinde. Der nächste Anlass im Format „Kultur am Nachmittag“ ist am 16. Januar 2024 mit Erinnerungen an die Theologin Dorothee Sölle (1929-2003), dargeboten von Brigitta Lampert; der eigentlich für das Januar-Datum geplante Film „Heidi“ wird zu einem späteren Zeitpunkt vorgeführt.

Diessenhofer Gemeindereise ins bündnerische Prättigau

Es war eine wahrhaft sonnendurchtränkte Fahrt an diesem 03. September. Ein wunderbar bequemer Transport mit sehr guter Stimmung im Car erfreute uns mit allen Sinnen. Das Gefährt wurde von Hans Maurer (Stammheim) im Auftrag des Busunternehmens Moser (Flaach ZH) ausgezeichnet chauffiert.

Nach dem zeitigen Start um 7.50 kamen wir über das Zürcher Oberland und entlang dem Walensee gut voran und dementsprechend zeitig im bündnerischen Prättigau an – genauer gesagt, in Seewis-Schmitten gleich links am Eingang des Prättigaus, das bis Klosters reicht und von dem Fluss Landquart durchzogen wird. Alsbald erklommen wir den kleinen Hügel zum reformierten Kirchlein am Hang. Unsere 27-köpfige Gruppe bildete einen markanten Anteil der Anwesenden im Gottesdienst, der um 10.oo begann. Ein originelles Drei-Personen-Theater über Stammvater Abraham wurde aufgeführt, woran die Predigt von Pfarrerin Lia Anderfuhren anknüpfte. Ihre Ausführungen fanden grosse persönliche Resonanz, wie in Einzelgesprächen hernach zum Ausdruck kam. Nach dem Gottesdienst erfolgte der Apero sowie eine kurzweilige Info-Stunde auf dem Vorplatz, geleitet vom Ortsgeistlichen Andreas Anderfuhren, der gemeinsam mit seiner Frau Lia das Seewiser Pfarramt führt.

Das Mittagessen im benachbarten „Hotel Grüsch“ stiess auf allseitige Zufriedenheit und Wohlgefallen. Die Atmosphäre war so prächtig, dass wir uns mit der anschliessenden Fahrt den Berg hinauf nach Seewis Dorf um eine dreiviertel Stunde verspäteten. Oben an der Seewiser Dorfkirche erwartete uns schon unser früheres Diesssenhofer Gemeindeglied Frieda Alder, die jetzt in Küblis/Prättigau wohnt. Ebenso stiess Ruedi Schnell zu uns, Seniorchef des Jugendhauses Seewis. Er hielt im Kirchenschiff einen kurzweiligen Vortrag über die Geschichte dieser beinahe schon legendären Institution, die sich im Laufe ihrer knapp über 50-jährigen Geschichte aus einer einfachen Jugendferienstätte zu einem geistlichen Begegnungszentrum für die ganze Familie entwickelt hat. Die Zeit verging wie im Flug. Es war mittlerweile 15.30 geworden.

Die Abfahrt Richtung Churer und St. Galler Rheintal stand auf dem Programm. Das Zvieri nahmen wir im Bodenseehotel „Weisses Rössli“ in Staad SG in Nähe von Rorschach SG ein. Dies war ein wunderbarer Abschluss direkt am See in romantisch-geselliger Stimmung mit Fütterung der Schwäne durch die Kinder. Die anschliessende malerischer Rückfahrt führte dem St. Galler und Thurgauer Bodensee-Ufer entlang. Über Kreuzlingen gelangten wir Richtung Diessenhofer Heimat, wo wir wohlbehalten gegen 19.45 ankamen, innerlich bereichert durch eine Fülle von Erlebnissen in harmonisch dankbarer Gemeinschaft.

„Von der Höll ins Paradies“

Pilgern am Rheinufer

Im Rahmen der kürzlich ins Leben gerufenen «Etwas anderen Erwachsenen-bildung» versammelte Brigitta Lampert am 8. Mai eine zwölfköpfige Diessen-hofer Pilgergruppe zu einer Wanderung «von der Höll ins Paradies». Treffpunkt war die Stadtkirche mit einführenden Gedanken über den Ausgangspunkt «Höll». Wie die Reiseleiterin schmunzelnd erläuterte, ist damit jenes ehemalige alte Fischerlokal unterhalb der Stadtkirche gemeint, dessen herausragende Besonderheit es war, dass in seinem Inneren nur sehr zurückhaltende Lichtverhältnisse herrschten. Von einer ähnlich geheimnis-umwitterten, spannungsgeladenen Stimmung bewegt, liess sich die Pilgerschar gleichsam himmelwärts inspirieren zu einem Gang an die strahlende Frühlingssonne hinaus.

Erstes Zwischenziel war St. Katharinental, wo man sich in der Klosterkirche zu einer Andacht sammelte. Thema waren die Kräfte des Schöpfers, «die wir mit allen Sinnen wahrnehmen». Die Empfindungen der Teilnehmer mündeten ein in ein Gebet: «Meinen Gedanken lasse ich Raum, um zu ergründen, was mich heute, in diesem Moment bewegt. Ich lasse zu, was kommt, und höre in mir, was sie mir sagen wollen. Mit dir, Gott, geh ich meinen Weg, mit dir bin ich alles, was ich bin: Enge, Weite, Nähe, Licht und Dunkel – alles, mein Gott und Schöpfer, führt mich zu dir hin.“
Des Schöpfers Kraft in der Natur

Weiter ging es den Rhein entlang Richtung Schaarenwald und Schaarenwiese. Unterwegs wurde am Ufer eine Pause eingelegt, und die Pilgerinnen und Pilger suchten einen Kieselstein ihrer Wahl, den sie an sich nahmen. Dieser Stein könne rauh oder glatt, rund oder kantig sein und damit den eigenen Charakter und Lebensweg treffend abbilden, von tiefsten Abgründen der Seele bis hin zu geisterfüllten Höhenflügen und Glückserfahrungen, erläuterte Brigitta Lampert. Ihre meditativen Überlegungen fasste sie in folgendem Gebet zusammen: «Du schufst unsere ausgesuchten Steine. Auch sie zeigen uns die unterschiedlichsten Daseinsformen in ihrer Beschaffenheit in Grösse, Gewicht, Form und Farbe. Was bedeuten sie in unseren Händen? Wärme? Kälte? Halt? Schmerz? Last? Wir legen sie in deine Hände, Gott, Ewiger, Liebender, Barmherziger. Dir vertrauen wir unsere eigenen Themen an.»

Schweigemarsch

Was nun folgte, war der wohl eindrucksvollste Abschnitt dieses Nachmittags: Ein dreiviertelstündiger Marsch des Schweigens. Jeder und jede war eingela-den, umgeben vom leisen Rauschen des Rheins und beschwingten Singen der Vögel, eigene Empfindungen und Gebete mit Hoffnung und Lebenskraft zu verbinden – und innerlich immer weiter und wirksamer zu entfalten. Eine Andacht mitten unter Bäumen rundete diese stille Zeit ab. Unter einem aus Ästen gebauten Holzkreuz legte jeder Teilnehmer seinen Stein nieder. Auf diese sinnenfällige Weise wurde deutlich, dass die ganze Bandbreite des Lebens – also Dank und Sorge, Trauer und Freude, Anspannung und Entspannung – in Gottes Sohn und seinem Kreuz die erlösende Mitte und Zusammenfassung findet.

Klosterkirche Paradies

In der Gewissheit, dass Gott aufmerksam zuhört und mitgeht, bewegte sich die muntere Diessenhofer Pilgerschar weiter am linken Rheinufer abwärts, bis das Ziel der Wanderung erreicht war: Die Klosterkirche Paradies. Dort wurde ein abschliessendes Segensgebet gesprochen: «Gott segne dir den Weg, den du nun gehst. Gott segne dir das Ziel, für das du lebst. Sein Segen sei ein Licht um dich her und innen in deinem Herzen. Aus deinen Augen strahle sein Licht wie zwei Kerzen in den Fenstern eines Hauses, das dem Wanderer Schutz bietet in der stürmischen Nacht. Wen immer du triffst, wenn du über die Strasse gehst – ein freundlicher Blick von ihm möge dich treffen. Gott schütze dich! Geh in seinem Frieden! Amen.»

Von mutmachenden und lebensdienlichen Eindrücken erfüllt, klang dieser denkwürdige Nachmittag bei einer geselligen Tasse Kaffee im Gasthaus Paradies aus, das gerade am Vortag wieder seine Pforten eröffnet hatte.

Die Stadtkirche im Spiegel der Jahrhunderte

Mittelalterliche Frühzeit

Vergangenen Samstag nachmittag trug Hansueli Ruch in der Diessenhofer Stadtkirche die Geschichte dieses Gotteshauses vor. Eindringlich schilderte er die bescheidenen baulichen Anfänge 757 unter Federführung des Klosters St. Gallen sowie die Weihe zu Ehren des französischen Heiligen und Pariser Bischofs Dionysius, der um 250 den Märtyrertod erlitten hatte. Sodann berichtete der Referent von umfangreichen mittelalterlichen Um- und Neubauten während der Ära der Kyburger und Habsburger, als nach dem verheerenden Stadtbrand von 1371 und dem nachfolgendem Wiederaufbau die Stadtkirche fast bis zur heutigen Größe ausgeweitet wurde.

Zwei Gemeinden unter einem Dach

Anhand grossformatiger Bilder, auf der Leinwand eingeblendet, bekamen die Teilnehmer eine lebendige Vorstellung von vergangenen Zeiten und ihrer Auswirkung auf die Gegenwart. Besonders im Mittelpunkt stand die viereinhalb Jahrhunderte währende gemischtkonfessionelle Nutzung des Gotteshauses. Humorvoll wies der Redner auf zwei Problemfälle hin, die bis heute für Gesprächsstoff sorgen: So habe es kurz nach dem Übertritt eines Teils der Diessenhofer Bürger zur Reformation (1529) den Vorfall gegeben, dass Darstellungen der zwölf Apostel, katholischerseits an Wänden des Chors aufgemalt, von reformierten Heissspornen zerkratzt und entstellt wurden. Sie sahen in den Heiligenbildern offenbar nur Götzendienst, anstatt sich über künstlerische Details zu freuen.

Fahnen und Schwerter

Das andere Konfliktbeispiel, das Herr Ruch anführte, stammt aus dem ersten Drittel des 17. Jahrhunderts. Damals hätten katholische Diessenhofer Bürger den Chorraum so dicht mit Fahnen zugestellt, dass der evangelische Pfarrer kaum noch seinen Weg zur Kanzel habe bahnen können. Dermassen von religiösen Textilien eingehüllt, sei ihm nichts anderes übrig geblieben, als seine reformatorische Predigt inmitten katholischer Farben und Symbole zu halten. Dieser Missstand habe den städtischen Arzt Georg Michael Wepfer (1591-1659) auf die Palme gebracht. Während einer Anhörung zur Streitschlichtung habe er kurz entschlossen sein Schwert ergriffen und die Fahnen mitten hindurch zerteilt. Infolge dieser Störung des konfessionellen Friedens sei ihm nichts anderes übrig geblieben, als das Städtli zu verlassen und in Schaffhausen eine neue Praxis zu eröffnen. Sein Sohn war der in der Medizingeschichte zu einiger Berühmtheit gelangte Johann Jakob Wepfer (1620-1695), an den ein Schaffhauser Strassenname erinnert.

Raumgefühl im Kirchenschiff

Breiten Raum nahm die innenarchitektonische Darstellung ein. Das Kirchenschiff sei seit dem ausgehenden Mittelalter von einem wuchtigen Lettner vom Chorraum getrennt gewesen. 1838-1839 sei die Decke zu einem hohen Spitzbogen aufgewölbt worden. In Verbindung mit einem teilweise schwachen Lichteinfall sei dadurch eine geheimnisvoll mystische Stimmung – ähnlich wie in einer gotischen Kathedrale – erzeugt worden, die erst durch den Umbau von 1968-1970 mit Einzug einer hölzernen Kasettendecke in ein helles, weites Raumgefühl umgewandelt worden sei. In den 1960er Jahren sei es zur schiedlich-friedlichen, räumlichen Trennung beider Kirchgemeinden gekommen, weil die katholische Seite einen eigenen Neubau anstrebte und verwirklichte. Die letzte Renovierung 2016-2017 habe für die Stadtkirche eine Bestlösung noch anstehender Restprobleme erbracht.

Die wissbegierigen Besucherinnen und Besucher freuten sich über einen anregenden Nachmittag mit Hansueli Ruch, der aktives Mitglied der Kirchgemeinde ist und sich insbesondere im Archivwesen einen Namen gemacht hat.

Diese Veranstaltung im Rahmen einer „Etwas anderen Erwachsenenbildung“ wurde von Kirchenvorsteher Thomas Russenberger organisiert. Die nächste Veranstaltung dieser Reihe ist die Pilgerwanderung „Von der Höll zum Paradies“, die unter der Leitung von Brigitta Lampert am 8. Mai um 14.oo an der Stadtkirche angeboten mit.

Seniorenferienwoche 2021

Herzliche Einladung zur Seniorenferienwoche, Montag, 28.6. bis Samstag, 3.7.2021, im ***Hôtel de France in Sainte-Croix VD

Die evangelischen Kirchgemeinden Basadingen-Schlattingen-willisdorf und Schlatt laden herzlich, sofern es in diesem Jahr möglich ist, zur Erlebnis-Ferienwoche in den Kanton Waadt ein.

Das Gebäude des Hotels geht auf das Jahr 1725 zurück und liegt im historischen Teil von Sainte-Croix. Sainte-Croix/Les Rasses liegt auf einer sonnigen, geschützten Terrasse (1100 m) mitten in der Weite der waadtländischen Juralandschaft. Weltbekannt ist der Ort für seine Spieldosen und Musikautomaten. Wandern und Radfahren in der Natur der Juraweiden dominieren im Sommer. Im Winter ist die Region ein beliebtes Langlaufparadies.

Die komplette Ausschreibung und den Anmeldetalon finden Sie in dem unten stehenden Download oder in der Auslage in der Stadtkirche Diessenhofen.

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Kreativ-Treff Verkaufsstand

Der Kreativ-Treff der Evangelischen Kirchegemeinde Diessenhofen wird am Samstag, 19. September 2020, von 9.oo-14.oo Uhr seine Strickwaren an einem Stand vor der Thurgauer Kantonalbank verkaufen. Der Erlös geht an „LIO – Licht im Osten“ (Weihnachtspäckli).

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Aktion Weihnachtspäckli 2019

294 Päckli für die Organisation Licht im Osten

Ein Ökumenisches Projekt, getragen von vielen motivierten Frauen der beiden Landeskirchen in Diessenhofen.

LIO und die 4. Klässler

Der Mittwochnachmittag nach den Herbstferien ist für die Weihnachtspäckli Aktion bestimmt. An diesem Nachmittag den 23. Oktober 2019, packte die 4.Klasse der evangelischen und katholischen Religionskinder, Weihnachtspäckli für Kinder in Osteuropa. Nach einer kurzen, aber informativen Einleitung durch die beiden Religionslehrerinnen, warum wir Päckli packen und wohin sie gehen, haben die Kinder Stolze 108 Päckli mit viel Eifer und Freude zusammengestellt und mit schönem Weihnachtspapier verpackt.

LIO beim Coop

Am 2. November 2019 standen wir mit vielen freiwilligen Helfer/innen von gross bis klein, mit unserem Stand für die Aktion Weihnachtspäckli vor dem Coop in Diessenhofen. Wir dürfen auf einen ereignisreichen Tag zurückblicken, an dem wir nochmals viele Päckli packen durften. Es war wie jedes Jahr eine grosse Freude gleich vor Ort, alles einzupacken oder sogar schon fertige Päckli entgegen zu nehmen.

Wir bedanken uns herzlich bei allen Spenderinnen und Spendern für all die Lebensmittel, Kleider, Plüschtiere, Barspenden und Toilettenartikel, die wir bekommen haben. Auch möchten wir uns sehr herzlich beim Team-Coop bedanken. Sie haben dafür gesorgt, dass wir genug Material wie Mehl, Zucker, Reis, Zahnpasta und Zahnbürsten etc. hatten. Es ist wirklich schön, wenn man so grossartig unterstützt wird. So durften wir an diesem Samstag mit den Standfrauen und Kindern nochmals 186 Päckli einpacken.  Über all diese Päckli freuen sich Kinder und Erwachsene in Albanien, Bulgarien, Moldawien, Rumänien, Serbien, Weissrussland und in der Ukraine. Dank den lokalen Partnern gelangen die Päckli dorthin wo die Not am grössten ist. Natürlich gilt auch ein grosses Dankeschön all den Frauen, die jedes Jahr mithelfen und uns beim Stand und am Mittwochnachmittag mit den Religionskindern unterstützen. Und nicht zuletzt unserem Transportteam der Firma Schöchli AG, das all die Päckli nach Frauenfeld in die Sammelstelle gebracht hat.

Bericht von JM © 2019

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Mitarbeiterabend

  Mit einem erlebnisreichen und unterhaltsamen Abend bedankte sich die evangelische Kirchgemeinde bei ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Krippenmuseum in Stein am Rhein. Über 600 Krippen aus 80 Ländern konnten unter kundiger Führung bestaunt und bewundert werden.

Jede Krippendarstellung ist ein Unikat und zeugt von grosser Handwerkskunst im Ausdruck der jeweiligen Herkunft.

Dieser Besuch im Krippenmuseum nach Ostern war ganz speziell und verband das Kommen von Gott zu uns Menschen und in unser Leben hinein mit der Verheissung der Auferstehung und das ewige Leben.