Festlicher Taufgottesdienst in der Stadtkirche Diessenhofen

Primarschülerinnen und -schüler gestalten den Gottesdienst mit Liedern und sorgen für bewegende musikalische Momente

Ein besonders feierlicher und zugleich familiärer Gottesdienst fand am Sonntagmorgen, 15. März, in der evangelischen Stadtkirche Diessenhofen statt. Mehr als siebzig Besucherinnen und Besucher füllten das Mittelschiff der Kirche und erlebten gemeinsam einen bewegenden Taufgottesdienst, in dessen Mittelpunkt die Geschwister Melina und Lio Gürtler standen. Schon zu Beginn wurde deutlich, dass dieser Gottesdienst von Gemeinschaft und Generationenverbundenheit geprägt sein würde. Zwei Drittklässlerinnen durften das Taufwasser feierlich in das Taufbecken giessen – ein symbolischer Moment, der die ganze Gemeinde sichtbar in die Feier einbezog. Anschliessend versammelte sich die Tauffamilie um den Taufstein, während Melina und Lio getauft wurden. Als Zeichen des Glaubensweges erhielten beide Kinder eine Kinderbibel. Auch weitere Familienmitglieder gestalteten die Feier mit. Cousinen der Täuflinge trugen liebevoll formulierte Gebete vor, in denen sie Gott um Schutz, Begleitung und Segen für Melina und Lio baten. Die persönlichen Worte verliehen dem Gottesdienst eine besonders herzliche und berührende Note.

Für die musikalische Gestaltung sorgte die hervorragende Musikerin Annedore Neufeld. Sie spielte an der Orgel und begleitete am Flügel den Chor der ReligionsschülerInnen. Bereits zu Beginn des Gottesdienstes beeindruckten die Kinder mit ihrem Gesang des Kirchenliedes „Nun danket alle Gott mit Herzen, Mund und Händen“. Ihre Stimmen erfüllten die Kirche und sorgten für einen feierlichen Auftakt. Am Ende des Gottesdienstes wurden die Schülerinnen und Schüler für ihren Einsatz mit grossem Applaus bedacht.

In ihrer Familienpredigt griff Pfarrverweserin Karin Schmid-Müller die biblische Geschichte von Hanna und ihrem Sohn Samuel auf. Sie erzählte, wie Hanna lange um ein Kind gebetet hatte und Samuel schliesslich als Geschenk Gottes empfing. Der junge Samuel lernte schon als Kind, auf Gottes Stimme zu hören. Diese Geschichte verband die Pfarrverweserin mit der Taufe der beiden Kinder: Auch Melina und Lio seien Geschenke Gottes, begleitet von seinem Licht und seiner Liebe. In drei kurzen Gedanken erinnerte sie die Gemeinde daran, dass Gott Gebete hört, dass Menschen lernen dürfen, auf Gottes Stimme zu hören, und dass Kinder ein kostbares Geschenk sind – verbunden mit einer Aufgabe für Familien und Gemeinde. Besonders anschaulich wurde die Botschaft durch eine kleine Geste: Die Kinder formten ihre Hände wie eine Schale, öffneten sie nach vorne und legten schliesslich eine Hand aufs Herz. Gemeinsam sprachen sie: „Gottes Licht leuchtet für uns.“

Ein weiterer Höhepunkt des Gottesdienstes war die Übergabe der Kolibri-Liederbücher an die Erstklässler. Kirchenvorsteherin Tanja Schum überreichte jedem Kind persönlich ein Exemplar und richtete dabei ein ermutigendes Wort an die Schülerinnen und Schüler. Damit unterstrich sie die Bedeutung der kirchlichen Kinder- und Jugendarbeit. Der Gottesdienst verband festliche Liturgie mit einer lockeren, familiennahen Atmosphäre und blieb zugleich in der guten kirchlichen Tradition verwurzelt. Nach dem Segen blieben viele Besucherinnen und Besucher noch zum Apéro beisammen. Bei Wein, Süssmost und frischem Zopf entstanden lebhafte Gespräche, und die Gemeinschaft mit der Tauffamilie wurde sichtbar genossen.

So wurde dieser Sonntagmorgen in der Stadtkirche Diessenhofen zu einem fröhlichen Fest des Glaubens – getragen von Musik, Gebet und der spürbaren Verbundenheit zwischen Jung und Alt.

 

Barmherzigkeit, die konkret wird

Gut besuchte Generation Church in der Stadtkirche Diessenhofen
Diessenhofen. Ein Gottesdienst, der nicht bei schönen Worten stehen blieb, sondern herausforderte und ermutigte: In der Stadtkirche Diessenhofen versammelte sich die Generation Church zu einem Abend unter dem Leitgedanken, Glauben in tätige Liebe zu übersetzen.
Pfarrverweserin Karin Schmid-Müller leitete die Feier mit klarer evangelischer Prägung. Sie führte die Gemeinde liturgisch durch die Feier und stellte den Gottesdienst unter den Namen des dreieinigen Gottes. In ruhiger, zugewandter Weise schuf sie einen Rahmen, in dem Verkündigung und gemeinsames Singen ihren Platz fanden. Die Generation Church Band unter der Leitung von Daniel Peyer gestaltete die musikalischen Teile stimmungsvoll und zugleich kraftvoll. Modernere Lieder wechselten mit nachdenklichen Tönen und unterstützten die inhaltliche Tiefe des Abends.
Im Zentrum stand die Predigt von Beno Kehl. „Ich war hungrig, und ihr habt mir zu essen gegeben …“ – diese Worte Jesu stellte Kehl nicht als moralischen Appell, sondern als Offenbarung des Herzens Gottes in die Mitte. Christus identifiziere sich mit den Geringsten. Wer dem Bedürftigen begegne, begegne Christus selbst. Anschaulich führte Kehl durch die sieben Werke der Barmherzigkeit: Hungrige speisen, Durstige tränken, Fremde beherbergen, Nackte bekleiden, Kranke und Gefangene besuchen sowie Tote bestatten. Dabei wurde deutlich: Barmherzigkeit ist kein frommes Zusatzprogramm, sondern Wesensmerkmal christlicher Existenz. Der Glaube, so Kehl, bewähre sich im Alltag – dort, wo Not nicht abstrakt, sondern konkret ist.
Ebenso fürsorglich sprach er über die geistigen Werke der Barmherzigkeit: Unwissende lehren, Zweifelnde beraten, Trauernde trösten, Sünder zurechtweisen – in einem Geist der Sanftmut –, Beleidigern verzeihen, Lästige geduldig ertragen und für Menschen beten. Gerade diese „unsichtbaren“ Werke seien im kirchlichen Alltag von grosser Bedeutung. Sie verlangten innere Reife, geistliche Klarheit und die Bereitschaft, Verantwortung füreinander zu übernehmen. Kehl scheute sich nicht, auch herausfordernde Töne anzuschlagen. Christliche Barmherzigkeit bedeute mehr als spontane Mildtätigkeit. „Sei ein Geber, und man nennt dich einen lieben Wohltäter. Doch lehre den Weg zur Unabhängigkeit, und du wirst zum unbequemen Zeitgenossen“, zitierte er. Anhand seiner grossen Erfahrungen in sozialen Projekten zeigte er, wie Glaube strukturelle Not in den Blick nimmt und Perspektiven eröffnet.
Die Predigt war geprägt von Fröhlichkeit, persönlicher Authentizität und einem grossen Herzen voller Barmherzigkeit. Kehl sprach nicht belehrend, sondern einladend. Immer wieder wurde spürbar: Wer von Gottes Erbarmen lebt, kann selbst barmherzig handeln. Theologie und Praxis gehören zusammen – nicht als Gegensatz, sondern als Einheit. In den Fürbitten und im gemeinsamen Vaterunser nahm die Gemeinde die Impulse der Predigt auf. Der Gottesdienst mündete in Begegnung und Gespräch beim anschliessenden Beisammensein. So wurde deutlich: Der Glaube wurzelt im Vertrauen auf Gottes Gnade – und trägt Frucht in der Liebe zum Nächsten. Barmherzigkeit wagen heisst, Gottes Spuren im eigenen Leben sichtbar werden zu lassen. Der nächste Gottesdienst der Generation Church findet am 29. März 2026 um 19.00 Uhr in der Stadtkirche Diessenhofen statt.

Ein festlicher Beginn des Schuljahres in der Stadtkirche Diessenhofen

Diessenhofen – Mit einem stimmungsvollen Gottesdienst hat die Evangelische Kirchgemeinde Diessenhofen am Sonntag, 17. August, den Beginn des neuen Schuljahres gefeiert. Unter der Leitung von Diakonin Karin Schmid fanden sich zahlreiche Familien mit Kindern, Großeltern, Gemeindemitglieder sowie Gäste in der Stadtkirche ein. Die Kirche war gut belegt, und eine erwartungsvolle, zugleich festliche Atmosphäre erfüllte den Raum.

Musik, Kinder und Predigt

Schon der musikalische Auftakt verlieh der Feier eine besondere Note: Brigitta Lampert an der Flöte und Tina Strube an der Orgel eröffneten den Gottesdienst mit Werken von Benedetto Marcello. Im Verlauf der Feier standen die Kinder immer wieder im Mittelpunkt. Schülerinnen und Schüler lasen Psalmen, sprachen Fürbitten und brachten ihre Stimmen in die Liturgie ein. Die biblische Geschichte von Jakob wurde von Tanja Schum aus dem Familiengottesdienst-Team erzählt und mit Bildern über den Beamer veranschaulicht – ein Beitrag, der besonders die jüngeren Besucherinnen und Besucher ansprach.

In ihrer Predigt knüpfte Karin Schmid an diese Erzählung an. Seifenblasen, die währenddessen durch die Kirche schwebten, wurden zum Sinnbild für die Schönheit, aber auch die Zerbrechlichkeit von Träumen. Manche zerplatzten schnell, so Schmid, andere aber öffneten den Blick nach oben – hin zu Gott. Ihre Botschaft an Klein und Groß war klar: Gott ist da, er begleitet durch die Höhen und Tiefen des Lebens und schenkt einen Frieden, der trägt.

Segnung und Ausklang

Besonders bewegend war die Segnung der neuen Erstklässlerinnen und Erstklässler. Jedes Kind durfte nach vorn treten, empfing von der Diakonin einen persönlichen Segen und erhielt eine bunte, reich gefüllte Schultüte aus den Händen der Kirchenpräsidentin Jael Mascherin. Auf diese Weise wurde den Jüngsten der Gemeinde spürbar vermittelt: Ihr seid willkommen, ihr gehört dazu.

Auch die musikalischen Zwischenspiele, darunter eine Sonate von Christoph Pepusch, trugen zur festlichen Stimmung bei. Schülerinnen und Schüler der vierten Klasse sprachen gemeinsam den 23. Psalm auswendig – ein eindrücklicher Moment, der die Verbundenheit von Glauben und Schule sichtbar machte. Anschließend betete die Gemeinde gemeinsam das Vaterunser.

Zum Abschluss erhielten alle Kinder beim Hinausgehen eine Dose Seifenblasen – ein Geschenk, das spielerisch an die Predigt anknüpfte. Beim anschließenden Apéro vor der Kirche kamen Jung und Alt bei Kaffee, Süssmost und Guetzli miteinander ins Gespräch. Eine Seifenblasenmaschine zog die Blicke auf sich und sorgte für heitere Gesichter – ein Bild, das den festlichen Charakter dieses Schulanfangs-Gottesdienstes wunderbar abrundete.

Nachklang eines besonderen Abends der „Generation Church“

Am Abend des 25. Mai wurde die ehrwürdige Stadtkirche Diessenhofen zum Schauplatz eines atmosphärisch dichten, geistlich bewegenden Gottesdienstes der „Generation Church“. Unter dem Titel „Ein Leben voller Facetten“ versammelten sich zahlreiche Besucher aus dem Städtli und den umliegenden Gemeinden, um einen Abend zu erleben, der Musik, Licht, Lebenszeugnis und Glauben auf eindrucksvolle Weise verband.

Schon beim Betreten des Kirchenschiffs fiel das kunstvolle Farbenspiel ins Auge: Die steinernen Wände waren in sanftes Licht getaucht, das dem Raum eine moderne und zugleich sakrale Anmutung verlieh. Diese optische Gestaltung öffnete Herz und Sinne und ergab einen idealen Rahmen für das, was folgte. Das Musikteam unter der Leitung von Daniel Peyer verstand es meisterhaft, mit berührend geistlichen Liedern und locker-beschwingten Rhythmen eine Atmosphäre der Offenheit und Freiheit zu schaffen. Die Musik war nicht nur klangliche Untermalung, sondern ein tragendes Element des Abends, das viele in der Tiefe berührte.

Im Zentrum stand die feurig-inspirierende Predigt von Abdel Ibrahimi, einem gebürtigen Marokkaner mit Stationen in Holland, England und Deutschland, beruflich wie geistlich in Wirtschaft und Kirche beheimatet und in Altdorf bei Stuttgart wohnhaft. In erstaunlicher Offenheit erzählte er seinen Lebensweg: Wie er in der mondänen Metropole Casablanca  wohlbehütet einem liberal-islamischen Elternhaus entstammte. Wie er in jungen Jahren in eine existenzielle Krise geriet. Wie er während seines Auslandsstudiums in den Niederlanden zum Christentum fand. Die persönliche Verbindung zu Jesus als seinem Herrn und Meister sowie das Eintauchen in ein liebevolles christliches Netzwerk seien die entscheidenden Grundlagen seines Lebens geworden, führte der Redner aus.

Leben voller Facetten

Ibrahimi sprach nicht in Gegensätzen, sondern in Entwicklungen voll farbenprächtiger Facetten: Der christliche Glaube sei für ihn keine Ablehnung seiner muslimischen Vergangenheit, sondern eine erfüllende Weiterführung, eine neue Erkenntnisstufe, ja „die Krone und der Gipfel meines Lebens“. In seiner leidenschaftlichen und zugleich sanften Art lud er die Anwesenden ein, sich diesem Vertrauen auf Jesus Christus zu öffnen: „Gott hat einen Plan für dein Leben“, lautete die Kernbotschaft des Abends, die in den Worten gipfelte: „Wie ein Stern begleitet dich Gottes Fürsorge, schenkt Mut, Selbstvertrauen und Hoffnung täglich neu.“

Im Anschluss an die Predigt wurde zur Feier des Heiligen Abendmahls eingeladen, begleitet von der Möglichkeit zur persönlichen Segnung. Der Abend klang bei einem reichhaltigen Apéro aus. Dies schuf einen Raum für Begegnung, Austausch und vertiefende Gespräche.

„Generation Church“ hat sich in der Region Diessenhofen einmal mehr als lebendiges und inspirierendes Format erwiesen, das Glauben erfahrbar macht – generationenübergreifend, persönlich und einladend. Der nächste Gottesdienst dieser Reihe findet am 29. Juni statt. Dann predigt Sozialdiakon Andreas Schlegel (Schlatt) zum Thema „Der ungerechte Knecht“. Schon jetzt darf man gespannt sein, welche neuen Facetten des Glaubens dort zum Leuchten kommen.

 

Lange Nacht der Kirchen in Diessenhofen

Ein Abend voller Licht, Klang und lebendiger Geschichten

Am Freitag 23. Mai öffnete die Stadtkirche ihre Türen zur diesjährigen „Langen Nacht der Kirchen“, die an diesem Datum an sehr vielen Orten in der Schweiz, Österreich und Deutschland stattfand. Es war ein Diessenhofer Abend, der über Stunden hinweg ein tief bewegendes Zusammenspiel aus Theater, Kunst und Musik mit geistlichen Anregungen bot. Ab 20.30 Uhr verwandelte sich das ehrwürdige Gotteshaus in einen Raum voller Licht, Leben und Begegnung.

Im Zentrum des ersten Programmpunkts stand der Apostel Petrus – dargestellt in einem eindrucksvollen Schüler-Theater, das unter der Leitung von Diakonin Karin Schmid-Müller erarbeitet worden war. Die Darbietung griff die Lebensgeschichte und Berufung des Petrus auf und wurde durch lebendige Sprache und starke Rollen geprägt, die die Schülerinnen und Schüler der Klassen 5 und 6 mit grosser Ausdruckskraft auf die Bühne brachten.

In besonderem Bezug stand das Theater zum leuchtend blauen Altarfenster im Chorraum der Stadtkirche. Es stammt von dem Bündner Künstler Gian Casty (1914 – 1979) und stellt den Apostel Petrus mit einem Netz dar – sinnbildlich für seine Berufung, Menschen für den Glauben an Jesus Christus zu gewinnen. Hansueli Ruch machte in einem begleitenden Vortrag auf diese Darstellung aufmerksam. Er schuf damit eine lebendige Brücke zwischen Kunstwerk, Geschichte und gelebtem Glauben.

Kunstwerke der Schülerinnen und Schüler

Alsdann traten die Kinder der 1. bis 6. Klasse als Künstlerinnen und Künstler in Erscheinung: Im Religionsunterricht hatten sie eigene Kirchenfenster gemalt und gestaltet – bunte Bilder, die in Form und Farbe erstrahlten, eingebettet in schwarzes Pergamentpapier in Fensterform. Eine fachkundige Jury unter Leitung von Tanja Schum prämierte die gelungensten Werke: aus jeder Klasse wurde ein Sieger oder eine Siegerin mit einem Kinogutschein ausgezeichnet. Aber auch alle anderen, die mitgemacht hatten, erhielten ein kleines Umhängekreuz aus Olivenbaum-Holz als Anerkennung für ihre Kreativität und ihren Einsatz.

Die leuchtenden Fensterbilder der Schüler waren in zwei langen Reihen an einem filigranen Holzgestell befestigt, das in sorgfältiger Handarbeit von Thomas Lüders und Jael Mascherin gebaut worden war. Ein feines Hintergrundlicht liess diese Kunstwerke in geheimnisvollem Glanz erstrahlen. Nach diesem bewegenden ersten Teil der Veranstaltung wurden die zahlreichen Gäste – darunter viele Eltern und Grosseltern – auf dem Vorplatz der Kirche mit einem kräftigen Apéro mit Wurst und Brot empfangen. In geradezu sommerlicher Atmosphäre entwickelten sich gute Gespräche.

Meditativer Klangraum

Um 22.00 Uhr öffnete sich erneut das Kirchenschiff für den zweiten Teil, der ganz im Zeichen von Musik und Wort stand. Annedore Neufeld verzauberte das Publikum mit meditativen Klängen auf Orgel und Klavier – leise, virtuos und einfühlsam. Pfarrer Gottfried Spieth las dazu Weisheitstexte aus dem Alten und Neuen Testament sowie ausgewählte Frühlingsgedichte von Johann Wolfgang von Goethe, Friedrich von Hardenberg (genannt Novalis), Eduard Mörike und Ludwig Uhland. So entstand ein Klangraum der Besinnung, der die Gäste bis gegen 23.00 Uhr in eine tiefe, friedliche Atmosphäre eintauchen liess.

Die „Lange Nacht der Kirchen“ in Diessenhofen war ein rundum gelungener Abend, der Glaube, Kunst und Gemeinschaft auf eindrucksvolle Weise miteinander verband – getragen von der Begeisterung vieler Beteiligter und dem offenen Geist eines besonderen Ortes.

Generation Church blickt in die Zukunft

Am Abend des 30. März erlebte die Diessenhofer „Generation Church“ einen Gottesdienst, der in seiner Atmosphäre und Botschaft bewegte und berührte. Die dichte Gemeinschaft machte die Veranstaltung zu einem unvergesslichen Erlebnis. Der Kirchenraum präsentierte sich in einladender Stimmung und die Lieder sprühten vor kraftvoller Energie.

 

Christus als Alpha und Omega

 

Höhepunkt war der Auftritt von Pfarrerin Sabine Aschmann (Schlatt) zu dem Thema: „Siehe, ich mache alles neu“. Mit beeindruckender Klarheit präsentierte sie Jesus Christus als Mittelpunkt der Weltgeschichte und des Universums. Sie pries ihn als König der Könige mit grossartigem Plan für Menschheit und Kosmos. Umso mehr bedauerte sie, dass wir „in einem Tunnelblick gefangen sind, der uns hindert, über den eigenen Tellerrand hinaus den göttlichen Horizont zu erfassen.“ Unser Blick sei einseitig materialistisch und selbstzentriert, während der Schöpfer weit über das menschliche Verständnis hinausblickt. Die Heilige Schrift sei ein lebendiges Netzwerk, das auf etwas Grosses und Ganzes zielt. Jesus Christus sei der Dreh- und Angelpunkt, in dem alles zusammenfliesst. „Richten wir unseren Blick auf ihn“, fuhr sie fort, „so erleben wir einen Vorgeschmack auf die Freiheit der neuen Welt, obwohl wir noch mitten im irdischen Leben drinstecken.“ Dieser Optimismus des Glaubens begeisterte die Zuhörer und führte zum vertieften Nachdenken.

 

Schwung nach vorne und oben

 

Die Musik und Lieder der Band waren nicht nur eine Bereicherung für das Ohr, sondern verstärkten den Schwung nach vorne und oben, den die Predigt hervorrief. Sie berührten die Herzen und zogen die Gemeinde mit, so dass jeder Augenblick von einem Gefühl des Aufbruchs erfasst war. Die Feierlichkeit fand ihren Höhepunkt im Heiligen Abendmahl und der persönlichen Segnung, was dankbar in Anspruch genommen wurde. Der Gottesdienst bedeutete eine geistliche Erfahrung, die die Teilnehmer untereinander und mit Gott verband.

 

Abgerundet wurde der Anlass durch einen reichhaltigen Apéro, der Herz, Gemüt und Magen erfreute. Die Gespräche bei Speis und Trank festigten die Gemeinschaft und den Austausch. Das Ganze war ein Ausdruck der Mitfreude an Gott, den Menschen und der Kirche. Es war ein Abend des Glaubens und der Hoffnung und ein Aufbruch zur göttlichen Wirklichkeit. Die nächste Veranstaltung im Rahmen von „Generation Church“ ist am 25. Mai mit einer Gastpredigt von Abdel Ibrahimi zu dem Thema „Ein Leben voller Facetten“.

Konfirmation mit Ausrufezeichen

Die fast bis auf den letzten Platz gefüllte Stadtkirche war am 26. Mai Schauplatz eines herausragenden Ereignisses. Dieser Sonntag kann mit Fug und Recht als ein Höhepunkt im religiösen Leben des Städtli bezeichnet werden: Vier Konfirmandinnen und neun Konfirmanden wurden nach abgelegtem Glaubensbekenntnis als vollwertige Mitglieder der reformierten Kirchgemeinde eingesegnet.

Biblische Werte gestern, heute und in Zukunft

Im Verlauf des Gottesdienstes gaben die jungen Leute eine Kostprobe dessen, was sie im Unterricht gelernt hatten. In Form eines Sprechtheaters, unterstützt durch ausdrucksstarke Bilder an der Leinwand, präsentierten sie Figuren der biblischen und weltlichen Geschichte. Mit geschliffenen Aussagen zogen sie eine Linie von Mose bis zu Martin Luther King, die je auf ihre Weise für die Geltung der zehn Gebote im menschlichen Miteinander gekämpft hatten.

Die Jugendlichen zeigten, dass christliche Werte sich in allen gesellschaftlichen Bereichen bewähren, so auch im Sport. Sie stellten berühmte Fussballspieler aus Brasilien und Portugal vor, die aus der Kraft des Glaubens Höchstleistungen erbringen. Zudem wagten die Konfirmanden einen Blick in die Zukunft. Anhand der Gestalt des Paul Atreides aus dem Science Fiction Film Dune II loteten sie aus, welche bibelorientierten Werte auch in fernen Zeiten ihre Gültigkeit behalten im gesamten Kosmos.

Daran knüpfte Pfarrer Gottfried Spieth in seiner Predigt an. Er empfahl den Leiter der österreichischen Nationalmannschaft Ralf Rangnick als Vorbild. Dieser Erfolgstrainer habe es sich zur Aufgabe gemacht, aus bescheidenen Anfängen das Bestmögliche herauszuholen. Der optimale Coach sei jedoch Gott in seiner dreifachen Persönlichkeit als Vater, Sohn und Heiliger. Er sei beste Führungsfigur, die man sich als junger Mensch wünschen könne für Zeit und Ewigkeit.

Prächtiges Begleitprogramm

In ihrem Grusswort erläuterte Präsidentin Jael Mascherin den Begriff Konfirmation als „Befestigung im Glauben“ und gab den jungen Menschen die Segenswünsche der Kirchgemeinde auf den Weg mit. Unter Leitung von Julia Schmid mischte die Jugendband das Publikum mit locker aufbereiteten Lobliedern auf, während Annedore Neufeld klassische Orgeltöne und einfühlsame Improvisationen am Klavier erklingen liess. Das Technikteam unter Leitung von David Oberholzer sorgte für eine gelungene Bild-, Licht- und Tontechnik. Abschliessend sagten die Konfirmanden ein herzliches Dankesschön an ihre Eltern, Paten und Grosseltern für die bisherige Wegbegleitung.

Die grosse Stunde der Diessenhofer Stadtmusik unter ihrem Dirigenten Daniel Vetter kam nach dem Gottesdienst: Auf dem Vorplatz liess sie ein festliches Platzkonzert erschallen. Ein feiner Apero, präsentiert vom Kirchenvorstand, rundete den festlichen Vormittag ab, der für diese 13 jungen Freundinnen und Freunde, ihre Familien und die ganze Gemeinde in dankbarer Erinnerung bleiben wird.

Weitere Bilder der Konfirmation finden Sie HIER

Diessenhofer Generation Church grüsst das Pfingstfest

Der Geist schöpferischer Freiheit im Mittelpunkt des Geschehens

Am Sonntag 28. April versammelte die Diessenhofer Generation Church zahlreiche Gäste in der Stadtkirche. Sie wurden Zeugen eines Programms mit zeitgenössischer Musik, samtweich aufstrahlenden Lichtern und zielführenden Anregungen. Im Vorgriff auf Pfingsten stand die dritte Person der göttlichen Dreifaltigkeit im Mittelpunkt des Abends: Der Heilige Geist in seiner Eigenschaft als Feuer, Wind, schöpferische Bewegung, tröstliche Lebenskraft und Taube des Friedens. Die Band unter Leitung von Daniel Peyer befeuerte das Thema mit rhythmisch akzentuierten Akkorden und Melodien. Mitreissende Glaubenslieder erschollen zum Lob Gottes und zur Freude der Gemeinde.

Geradlinigkeit und Unmittelbarkeit

Nach einer lockeren Eingangsmoderation durch Jael Mascherin ergriff Diakonin Karin Schmid das Wort. Sie stellte die Frage: Wer ist und was tut der Heilige Geist? „Er redet viel mehr, als wir denken“, merkte sie an und rief dem Publikum zu: „Achtet auf eure Gedanken, seid sensibel für den Geist der Heiligkeit, lauscht auf seine Signale!“ Ein ganzes Bündel von Schriftworten wurde zitiert, in denen der Geist als Prinzip der Schöpfung und Freiheit gefeiert wird. In Anlehnung an die hebräische Grundbedeutung des Schöpfungsberichts wurde erläutert, wie wild und kraftvoll, aber auch mütterlich zartfühlend der Geist über der Urflut schwebt und neues Leben ausbrütet.

Der Heilige Geist stehe für Erneuerung und Erfrischung, Schönheit und Anmut, Sicherheit und Klarheit, Durchsichtigkeit und Ehrlichkeit. „Er ist frei von jeder denkbaren Form von Hinterlist“, sagte die Rednerin. „Er fährt nicht zweigleisig. Er ist geradlinig und hat keinen zweiten verborgenen Sinn in der Rückhand, den er gegen dich ausspielt. Er tritt zwar überraschend und mitunter sehr unkonventionell auf. Aber Täuschungsmanöver und schockierende Schreckensmomente sind ihm unbekannt.“

Der Heilige Geist als Gentleman

Der Geist stifte Erkenntnis. Er sorge dafür, dass Jesus Christus auch nach seiner Auffahrt im Verhältnis eins zu eins direkt erlebbar sei, so Frau Schmid. „Der Geist schafft es, eine Atmosphäre dichtester Unmittelbarkeit zwischen Himmel und Erde herzustellen. Er ist in ständiger Kommunikation mit dir und mir. Er wandelt Schwäche in Stärke, erweitert den Horizont, spendet Kraft und Trost. Er drängt sich niemandem auf. Der Heilige Geist ist ein Gentleman. Deshalb sind die Erwartungen gross, die wir an ihn haben,“ lautete der Grundtenor der Predigt.

Im Anschluss wurde die Feier des Abendmahls im Chorraum durchgeführt. Persönliche Segnung wurde von etlichen Teilnehmern dankbar angenommen. Das Pastoralteam mit Doris Greim und Pfarrer Gottfried Spieth gestaltete diesen Teil des Gottesdienstes mit behutsamer Aufmerksamkeit. Alsdann fand mit einem kräftigen Apero die Überleitung zum gemütlichen Teil des Abends statt. Mit lang anhaltenden Gesprächen klang der Anlass aus. Der nächste Gottesdienst im Format „Generation Church“ ist am 30. Juni mit Josha Kuhn zum Thema: „Mut zur Veränderung“.

 

Ökumenischer Suppensonntag in Schlatt

Am Sonntag, 03. März veranstaltete Schlatt den diesjährigen Suppensonntag des Diessenhofer Bezirks. Alle katholischen und evangelischen Kirchgemeinden der Region vereinten sich zur gottesdienstlichen Feier mit einer Fülle besinnlicher und kultureller Ein-Drücke. Was Rang und Namen im dörflichen und schulischen Miteinander hat, trat auf: Die Roundabout-Gruppe unter Sarah Brütsch begeisterte den voll besetzten Gemeindesaal mit einem künstlerisch ausgereiften Tanz. Der Musikverein unter Martin Weiss beeindruckte mit feierlichen Klängen, so mit dem „Heilig Heilig Heilig“ von Franz Schubert, das in tief berührender Weise gespielt wurde.

Der Blaue Planet

Die Sechstklässler unter Diakon in Ausbildung Andreas Schlegel zeigten eine originelle Szene. Ein Globus in Form eines grossen Luftballons wurde unsanft hin- und hergestossen, bis die Vernunft siegte und ein achtsamer Umgang mit der Kugel gefunden wurde. Respektvoll liessen die Schüler den „Blauen Planeten“ sacht und fein umherschweben. Hieran knüpfte Robert Weinbuch an, Gemeindeleiter des katholischen Pastoralraums Am See und Rhy: „Wir haben nur diese Welt, und wenn wir sie nicht richtig behandeln, springt sie uns ins Gesicht.“ Damit war die Brücke geschlagen zum Hungertuch der Aktion „Fastenopfer – Brot für alle“, das über der Bühne prangte: Eine Collage aus zufälligen Zeitungsfetzen voll schlechter Nachrichten. So chaotisch diese Schnipsel seien, so wild gehe es bei uns zu, bedauerte der Gemeindeleiter. Doch aus der Ferne wirke das Hungertuch „wie ein Juwel in Türkisgrün und Blau.“ Denn über allem walte der Schöpfer. Er setze auf seine Menschen, nach seinem Ebenbild geschaffen. Ihnen vertraue er sein Werk zu treuen Händen an. Nicht umsonst zeige das Hungertuch vier Arme als Symbol für Hege und Pflege. „Diese Hände berühren sachte achtsam die Erdkugel, lassen ihr aber auch Spielraum“ malte Weinbuch das Zusammenspiel von Mensch und Natur aus.

Lohnender Verzicht

Diese Anregung führte die reformierte Schlatter Ortspfarrerin Sabine Aschmann weiter. Mit Bezug auf Sprüche 30,8 bat sie den Schöpfer um gutes Augenmass: „Gott, lass mich weder arm noch reich werden, sondern gib mir gerade so viel, wie ich brauche.“ Der eigentliche Lebensgenuss bestehe darin, Mass und Mitte zu finden. „Weniger ist mehr“, unterstrich die Predigerin und versicherte, keinerlei moralischen Druck auszuüben. Fasten sei keine bittere Pille, von einem gestrengen Oberarzt oder Sittenwächter verordnet, sondern etwas Angenehmes und Wohltuendes. Dabei berief sie sich auf keinen Geringeren als Jesus Christus: Der Meister lege beim Fasten Wert auf ein gewaschenes Gesicht und eine frohe Ausstrahlung (Matthäus 6,16-18). Wer dankbar und massvoll Verzicht übe, habe gleich dem barmherzigen Samariter Kapazitäten frei. Man finde die Kraft, sich in die Probleme des Nächsten einzufühlen, und habe die Mittel zum Anpacken. Taten der Nächstenliebe seien Meilensteine auf dem Weg, der an sein Ziel gelange, wenn Christus wiederkomme und sein Werk auf Erden vollende.

Suppenessen für einen wohltätigen Zweck

Der Gottesdienst wurde durch Gebete, Fürbitten und Segensgrüsse der Pfarrer Rolf Roeder (Basadingen-Schlattingen-Willisdorf) und Gottfried Spieth (Diessenhofen) vertieft und umrahmt. Im Anschluss war das traditionelle Suppenessen. Helferinnen und Helfer aus Schlatt und Paradies servierten eine währschafte Gemüsesuppe, zubereitet von fleissigen Händen in der Küche nebenan. Zum Dessert gab es köstlichen Kuchen und duftenden Kaffee. So klang das Ereignis in gelöster Stimmung aus. Dankbar spendeten die rund 140 Besucher für ein Projekt des Internationalen Blauen Kreuzes zur Suchtbekämpfung unter Jugendlichen in Südafrika. Dieser Sonntag bleibt in der Diessenhofer Region noch lange in Erinnerung.

Ökumenischer Weltgebetstag in Schlatt

Schlatt lud am 01. März zum diesjährigen Weltgebetstag ein unter dem Motto: „Durch das Band des Friedens“ (Epheser 4,3). Christliche Frauen aus Palästina hatten in einem mehrjährigen Vorlauf jene Gebets-Liturgie ausgearbeitet, die an diesem ersten Freitag im März weltweit zur Anwendung kam. Sie war darum auch in unzähligen katholischen und evangelischen Kirchgemeinden der Schweiz der Leitfaden, an dem man sich hielt.

Durch das Band des Friedens“

Eine muntere Schar von Frauen und Männern der Diessenhofer Region versammelte sich in der Schlatter evangelischen Kirche. Ortspfarrerin Sabine Aschmann eröffnete die Veranstaltung mit einem Grusswort. Darin ging sie auf die schwierige Lage ein, der das Heilige Land derzeit ausgesetzt ist im Spannungsfeld zwischen Israel und Palästina, und wies auf Jesus Christus als den Herrn aller Völker hin. Ein eleganter palästinensischer Tanz, dargeboten von Frauen der regionalen Vorbereitungsgruppe, schloss sich an. Sodann wurde eine grüne Kerze als Symbol für Palästina und die Hoffnung auf baldigen Frieden entzündet. Dadurch war der Weg frei für ein neues Hinhören auf dieses Land und seine Leute. Anrührende Friedens- und Segenslieder, am Klavier begleitet von Peter Fischer, erwärmten die Herzen und Sinne. Sie schufen eine Einstimmung in gesegnete Atmosphäre des Abends.

Gebete der Mitmenschlichkeit

Drei Frauen aus dem Vorbereitungsteam trugen Erfahrungsberichte palästinensischer Frauen vor. Hierbei ging es um Einzelschicksale dieses Volkes und seiner Menschen in Bezug auf den Staat Israel, der seit 1967 die palästinensischen Kernlande am Westufer des Jordan unter seiner Oberaufsicht hat. Deutlich wahrnehmbar war die Erfahrung von Leid, aber auch der Wunsch nach Gleichberechtigung und Selbstbestimmung. Bemerkenswert war das Bemühen, sich jeglicher politischer Wertung oder Anklage zu enthalten.

Die Besucher notierten ihre Gebetswünsche auf Karten, die an einer Leine im Chorraum angeheftet wurden als Zeichen für das „Band des Friedens“. In einer feierlichen Fürbitte wurde diese Anliegen vor den Herrn gebracht. Das Unser-Vater wurde auf deutsch und arabisch vorgetragen. Der Abend war an einem seiner Höhepunkte angelangt. Eine unsichtbare Vernetzung wurde geknüpft zu den etwa 70 000 Christen in Palästina, die es neben der muslimischen Mehrheit von knapp 5 Millionen gibt.

Orientalische Gastfreundschaft

Im Anschluss an Liturgie und Fürbitte versammelte man sich im Gemeindehaus bei palästinensischen Spezialitäten, von Ehepaar Kaspari aus Schlattingen liebevoll zubereitet. Dank orientalischer Gastfreundschaft herrschte eine heitere Stimmung im Vertrauen auf die Grossherzigkeit des himmlischen Vaters, der alle Menschenkinder auf der Welt in sein Herz geschlossen hat. „Durch das Band des Friedens“ wurden an diesem Abend unterschiedliche Menschen und Völker zusammengebracht, die ihr Leben alle demselben Herrn und Heiland Jesus Christus verdanken.

 

 

 

Weihnachten erleben der Youth Church

Der baldige Geburtstag von Jesus Christus stand im Mittelpunkt des Diessenhofer Jugendgottesdienstes vom vergangenen Dienstag. Zu abendlicher Stunde waren leibhaftige Gäste aus dem Morgenland – nämlich Kamele und Esel – sowie ein nachgebauter Stall von Bethlehem rund um die Stadtkirche präsent. Dieser Streichelzoo bot den jüngsten Besuchern Gelegenheit für Fotos mit bleibendem Erinnerungswert. Alle Generationen aus Diessenhofen und umliegenden Gemeinden hatten sich eingefunden.

Erlebnis mit allen Sinnen

Das gesamte Kirchenschiff einschliesslich der beiden Seitenreihen war vollbesetzt. Die Roudabaout-Mädchengruppe aus Schlatt eröffnete den Reigen mit einer schwungvollen Tanz-Einlage. Die Jugendband begeisterte durch Lieder zur Ehre Gottes und zur Freude der Menschen. Der «Reli-Chor» der Primarstufe erfreute jung und alt mit Weihnachtsweisen, die aus voller Kehle herzhaft erklangen. Besonders eindrucksvoll war die Licht- und Tontechnik: Sie liess den Chorraum in einem geheimnisvollen Violett erstrahlen und lockerte mit zauberhaft schönen und triumphal eingespielten Musikstücken den Ablauf des Schülertheaters auf.

Engel und Menschen

Das Schauspiel wurde von Diessenhofer Sekundarschülern unter dem Titel «Engel unterwegs» vorgeführt. Im Mittelpunkt stand der Erzengel Gabriel, wie er die Geburt Johannes des Täufers und Jesu Christi einleitet und umrahmt. Die Handlung wurde von jugendlichen Darstellern ebenso respekt- wie humorvoll übertragen in das 21. Jahrhundert. Elisabeth und Zacharias, Maria und Josef, Hirten und Könige bewegten sich in majestätischer Ruhe und Gelassenheit, zugleich leichtfüssiger Bewegtheit über das Podium. In erhabenem Glanz erstrahlte jene Szene, wo der jüdische Priester Zacharias inmitten einer Schar andächtig kniender Beter seinen Tempeldienst vollzieht – während plötzlich der Erzengel zu ihm tritt mit der feierlichen Nachricht, ihm und seiner Frau werde bald noch das späte Glück der Elternschaft zuteil. Das Dekorationsteam hatte alle Register gezogen, um mitten in der Stadtkirche das Innere des Jerusalemer Tempels nachzuempfinden und mit romantisch verklärten, gleichsam heiligen Farben zu schmücken.

Weihnachtliches Mitgefühl

So prangte etwa vor der Kanzel der siebenarmige Leuchter, auf den Diakonin Karin Schmid in ihrer Kurzpredigt einging. Jede dieser sieben Kerzen stehe für «Frieden und innere Ruhe, die wir bei Gott finden». Das sei auch die Botschaft der Engel, die den Hirten auf den Feldern Bethlehems begegneten mit dem Lied: «Ehre sei Gott im Himmel. Denn er bringt der Welt Frieden und wendet sich den Menschen in Liebe zu» (Lukas 2,14). Die Rednerin lud jede Schülerin und jeden Schüler aus Diessenhofen, Basadingen-Schlattingen-Willisdorf und Schlatt ein, am Taufstein eine Kerze zu entzünden mit stillem Gebet für einen Mitmenschen aus dem eigenen Umfeld, der es besonders nötig hat.

Unermüdlicher Einsatz

Eine währschafte Verpflegung mit Kürbissuppe, Glühwein und Punsch sorgte im Anschluss für das leibliche Wohl. Ein besonderer Dank gilt allen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern der Kirchgemeinde an diesem Abend. Ebenso gilt der Dank den Sponsoren: Die Firma Light Systems (Dachsen SH) stellte professionelle Licht- und Tontechnik unentgeltlich zur Verfügung. Die Stadtgemeinde Diessenhofen trug zur Finanzierung der Kamele bei, die aus einer speziellen Farm ins Städtli kamen. Coralie Wenger-Weilenmann hatte die Esel auf dem Kirchplatz besorgt. Die Gebrüder Schmid (Markthäuschen Schlattingen) stifteten den Stall von Bethlehem an der Kirchenmauer. In dieser opulenten kirchlichen Veranstaltung hatte die Diessenhofer Adventszeit einen Höhepunkt, der in dankbarer Erinnerung bleibt.

Erntedank im Städtli

Zum Thema „Dankbare Herzen“ versammelten sich am vergangenen Sonntag jung und alt zum Familiengottesdienst in der evangelischen Stadtkirche. Wunderbare Erntegaben schmückten den Chorraum. Mit Freude waren Primarschüler der ersten bis sechsten Klasse zusammengekommen. In der Formation des Diessenhofer „Schüler-Reli-Chores“ sangen sie kräftige Lieder, wodurch die versammelte Gemeinde in ein lockeres und erwartungsfrohes Miteinander eingetaucht wurde. An der Orgel und am Klavier brillierte Martin Schweingruber (Steckborn) mit sensiblen und festlichen Klängen. Ausdrucksstarke Psalmlesungen, Tischgebete und Fürbitten aus Schülermund verstärkten die geistliche Atmosphäre zur Ehre Gottes.

Ehre sei Gott in der Höhe und den Menschen ein Wohlgefallen

Eben diese Größe, Würde und Hilfsbereitschaft Gottes stand sodann im Mittelpunkt eines aufregen-den Schülertheaters, das den Streit zwischen dem Riesen Goliath und dem Hirtenknaben David plastisch vor Augen führte. Der glückliche Ausgang dieser Geschichte bot sodann Religionslehrerin und Diakonin Karin Schmid eine Plattform für ihre Auslegung von Psalm 27 und 84. Die Segenskräfte, die David zum Sieg verholfen hätten, würden wir auch im Wachstum der Natur und im persönlichen Leben spüren, erläuterte die Predigerin. Gott sei für uns „Sonne und Schild“. Genau wie er sich freue, wenn wir ihn loben und ehren, gönne er auch uns unseren Anteil an Lob und Ehre. Er schenke „den Herzschlag und Atem, den wir zum Leben brauchen und der die ganze Schöpfung durchpulst.“ Die vielfältigen, farbigen und feinen Gaben der Natur sollten allen Menschen zugutekommen, besonders denen, die auf der Schattenseite stehen, betonte Karin Schmid zum Beschluss ihrer Ausführungen. Diesem Anliegen wurde alsbald Rechnung getragen, indem sowohl die wunderbar präsentierten Erntegaben als auch die gottesdienstliche Kollekte der Gassenküche Schaffhausen zugutekamen zur Unterstützung Hilfsbedürftiger.

Mit Kirchenmaus Christopher auf dem Kirchturm

Im Anschluss gab es einen kräftigen Apero. Parallel dazu wurde gern die Gelegenheit wahrgenommen, den Kirchturm zu besteigen und einen prächtigen Rundblick über das Städtli zu geniessen. Ausserdem konnten die Erstklässler dort oben die „Kirchenmaus Christopher“ finden, die in ihrem Religionsunterricht eine grosse Rolle spielt und sich zwischen Glocken und Turmfenster in einer Kiste versteckt hatte. Der ganze Vormittag in der Stadtkirche bot eine lebendige Abwechslung und kurzweilige Erlebnisqualität im weit gefassten kirchlichen Horizont Diessenhofens – und wird bei allen, die daran teilgenommen haben, in dankbarer Erinnerung bleiben.

Wege des Glaubens und der Liebe

Unter dem Motto „Walk of Faith“ (Weg des Glaubens) stand der Jugendgottesdienst in der Diessenhofer Stadtkirche am Abend des 28. Februar. Zwei jugendliche Moderatorinnen eröffneten den Ablauf. Die Band samt Jugendchor breitete einen stimmigen Klangteppich aus, unterstützt durch farbenfrohe Lichtbänder an den steinernen Wänden und Säulen. Die Lieder bewegten die versammelten Schülerinnen und Schüler zum Mitsingen und Mitklatschen. Darunter waren so kraftvolle Titel wie Golgatha, Hope has a name (Hoffnung hat einen Namen) und Heartbeat (Herzschlag). Die zunächst spielerisch-fröhliche Stimmung wechselte in gespannte Aufmerksamkeit, als die Verkündigung der biblischen Botschaft begann.

Sterne des Glaubens

Das Dekorations-Vorbereitungsteam hatte auf dem Boden des Kirchenschiffs papierförmige Sterne plaziert: Auf ihnen waren die Namen der reformierten Schülerinnen und Schüler der sechsten bis neunten Klasse eingraviert. Wie Religionslehrerin Karin Schmid erläuterte, sollten diese Schüler-Sterne ein Anklang an jene 2743 berühmten Stars aus Film und Musik sein, deren Namen in der „Strasse des Ruhmes“ (walk of fame in Hollywood bzw. Los Angeles) sternförmig eingraviert sind.

Von den „Sternen des Ruhmes“ schlug die Lehrerin einen Bogen zu den „Sternen des Glaubens“. Jeder und jede sei berufen, ein solcher Glaubens-Stern zu werden. Vom Glauben gehe es weiter zur Liebe, die den vollen Einsatz wert sei. Ungeteilt wie sie sei, komme die Liebe aus ganzem Herzen und werde bewegt von allen Kräften des Verstandes und Willens. Sie gehöre vor allen Dingen Gott. Ihm gelte unser aller Respekt. „Mit unserer Liebe geben wir ihm Antwort auf seine Liebe“, betonte die Rednerin unter Berufung auf Lukas 10, Vers 27. Zugleich fragte sie, wie das praktisch aussehen könne.

Barmherziger Samariter

Eine prägnante Antwort gab das Diessenhofer Schülertheater, das einen Überfall auf einsamer Strasse mit äusserst drastischen Mitteln vor Augen führte – wobei der Unglückliche  vom vorbeikommenden Tempelpersonal schmählich im Stich gelassen, vom barmherzigen Samariter aber in einem grossen Einkaufswagen (von der Migros für diesen Anlass bereitgestellt) zur hilfreichen Herberge transportiert wird.

An dieses Gefährt knüpfte Karin Schmid mit den Worten an: „Gott füllt unseren Einkaufs-wagen, so dass wir einen Vorrat an Liebe bekommen, den wir weitergeben.“ Wenn man zu einer solchen Weitergabe aber nicht im grossen Stil in der Lage sei? „Macht nichts“, fuhr die Lehrerin fort, indem sie einen Spielzeug-Einkaufswagen präsentierte sowie eine noch kleinere Miniatur-Ausführung desselben: Es könne durchaus sein, erläuterte sie, dass sich Gottes Liebe und ihre Weitergabe in dem Format „klein – kleiner – am kleinsten“ zeige. Paradoxerweise gelange sogar eine kleine oder sehr schmale Form von Liebe zu voller Wirksamkeit: „Egal wie gross oder klein, jede Tat ist wichtig und wird höheren Ortes registriert. Öffne die Augen, schaue, wo die Leute Hilfe brauchen – und tu, was immer du kannst, sei es viel oder wenig.“ Bei einem Apero mit schmackhaften Hotdogs und Getränken klang der Abend aus. Der nächste Jugend-Anlass in der Stadtkirche ist am 21. März zu dem Thema „Mobbing“.

Der blaue Planet und die Generationenkirche

Zum Thema „Schöpfung“ öffnete die Diessenhofer Generation Church am vergangenen Sonntagabend in der Stadtkirche wiederum ihre Pforten. Dies geschah zusammen mit Pfarrerin Sabine Aschmann (Schlatt). Zu Beginn interviewte Präsidentin Jael Mascherin die Gastpredigerin mit ebenso humorvollen wie launigen Fragen. Die Lieder wurden in einem harmonischen Wohlklang vom Chor vorgetragen und von der Gemeinde kräftig mitgesungenen und rhythmisch beklatscht. Eine erwartungsfrohe Stimmung erfüllte das Kirchenschiff, das stilgerecht und geschmackvoll ausgeleuchtet war.

Schöpfung und Sprache

In ihrer Predigt kam Sabine Aschmann auf die beiden Schöpfungsberichte zu Anfang des ersten Buches Mose zu sprechen: Neueren Forschungen zufolge widersprechen sie sich nicht, sondern ergänzen sich wechselseitig. Laut Bibel sei der Mensch berufen, die tausendfältigen Lebewesen der Natur, ja auch die dahintersteckenden biologischen Einzelvorgänge zu sortieren und namentlich zu benennen. Der Mensch werde gewürdigt, als Stellvertreter Gottes auf dieser Erde reden und handeln zu dürfen. „Indem wir unsere Mitgeschöpfe wertschätzen in unserer Redeweise und in unserem Tun, fliesst sehr viel Segen in Welt“, führte die Predigerin aus.

In diesem Zusammenhang verwies die Schlatter Pfarrerin auf Gottes Sohn. Durch seine Menschwerdung zeige er am besten und schönsten, was es bedeute, Ebenbild Gottes zu sein und entsprechend dieser hohen menschlichen Würde zu handeln – und zwar zugunsten der Mitgeschöpfe in Fauna und Flora, in der Nähe und in der Ferne, in der Welt und im Kosmos. Aktuelle Fragen zur Klimadebatte würden im umfassenden Horizont der Liebe des Weltenschöpfers und seines Sohnes eine Antwort finden.

Festliche Stimmung

Die Predigt war eingebettet in eine lebendige gemeinschaftliche Strömung  unter den zahlreichen Besucherinnen und Besuchern. Einfühlsame und mutmachende Musik, heitere Moderation, wohltuende Farbeffekte sowie eine achtsame Dekoration belebten das Miteinander. Für viele Teilnehmer war die Feier des heiligen Abendmahls ein Höhepunkt der Veranstaltung. Die feierliche, zugleich locker beschwingte Atmosphäre war auch beim anschliessenden  Aperó wirksam, bei dem sich ausführliche Gespräche in Kleingruppen entwickelten. Der Abend war geprägt von einer liebenswürdigen Solidarität der Besucherinnen und Besucher. Mit einem zufriedenen und gewinnenden Gesamteindruck machte man/frau sich auf den Nachhauseweg. Der nächste Anlass der Diessenhofer „Generation Church“ findet am 26. März mit Pfarrer und Evangelist Fredy Staub (Wädenswil ZH) statt.

Wer bin ich?

Stimmungsvoller Jugendgottesdienst zum Thema «Identität» in der Diessenhofer Stadtkirche

Der vergangene Dienstagabend 24.01. stand ganz im Zeichen des ersten Jugendgottesdienstes im neuen Jahr. Religionsschülerinnen und -schüler aus Schlatt hatten die Planung für diesen Abend inne unter Gesamtleitung von Religionslehrerin Karin Schmid. Sie begeisterten die zahlreichen Besucher aus allen Generationen schon ab der ersten Minute. Eine sympathische Begrüssung durch das Moderationsteam machte den Anfang, ehe die Jugendband kraftvolle Lieder spielte, die sich wie ein Klangteppich ausbreiteten und eine andächtige Stimmung in der Diessenhofer Stadtkirche hervorriefen zur Ehre Gottes.

Selbstzweifel

Eine lustige Meinungsumfrage brachte an den Tag, wieviel Zeit die versammelten Schülerinnen und Schüler täglich für die Pflege ihres Äusseren verwenden. Ein massgeschneidertes Theater ging auf die damit verbundenen Chancen und Probleme mit folgender Geschichte ein: Eine junge Frau, von ihrem Freund verlassen, zweifelt an ihrem Selbstwert. Sie erlebt, wie die Frage nach ihrer Identität zu einer höchst zerbrechlichen Angelegenheit wird. Ihre beiden Geschwister nehmen ihre verletzten Bedürfnisse höchst sensibel wahr. Im Wohnzimmer diskutieren sie mit den Eltern über den Selbstzweifel. Der entstehe, wenn man sich zu sehr mit anderen Leuten vergleiche. Oder zu häufig in den Spiegel schaue, um herauszufinden, ob man auch wirklich attraktiv genug auf andere wirkt. Oder wenn man die eigene Identität davon abhängig mache, ob man in einer Beziehung lebt oder nicht. Diese Dialoge wurden vom Schlatter Schülertheater witzig und schlagfertig dargeboten. Die jungen Schauspieler zeigten eine eindrückliche Bühnenleistung, die vom Publikum mit warmem Applaus honoriert wurde.

Ebenbild  

Die im Schauspiel offen gelassenen Fragen wurden an Diakon in Ausbildung Andreas Schlegel weitergereicht, der sie in seiner Predigt beantwortete. Er bezog sich auf die ersten Blätter der Bibel, die beschreiben, wie Gott das erste Menschenpaar erschuf nach seinem Ebenbild. Daraus zog der Redner den Schluss: «Auf dem menschlichen Antlitz spiegelt sich die Schönheit und Würde Gottes ab». Dadurch werde unser Wert unermesslich und einzigartig. Dies sei ein grandioses Geschenk mit weitreichenden Folgen für das Zusammenleben. Wir bräuchten keine künstlichen Spiegel, um uns selbst zu erkennen, sondern erblickten in uns selbst und in unseren Mitmenschen, wie wir nach Gottes Willen sein sollen. «Im lächelnden Antlitz des Nächsten sehen wir etwas Göttliches», betonte der Diakon.

Einzigartigkeit

In Jesus Christus leuchte das Bildnis Gottes am besten und schönsten auf. Deshalb seien die Menschen berufen, dem Sohn Gottes zu folgen. «In der Nachfolge Jesu finden wir unsere gläubige Identität», lautete der Beschluss der Predigt. Anschliessend wurde der Einzigartigkeit jeder Besucherin und jedes Besuchers ein praktischer Ausdruck verliehen: Alle waren eingeladen, mit Farbe einen Fingerabdruck auf einem grossen Papierbogen zu hinterlassen. So entstand ein wunderbares Kunstwerk als Gemeinschaftsprojekt.

Fulminantes Gemeinschaftswerk

Das Team aus Schlatt hat es geschafft, im Zusammenwirken mit Licht- und Tontechnik, Dekoration, Moderation, Musik, Theater und Predigt das Thema «Identität» auf schöpferische Art mit sehr viel Tiefgang in den Vordergrund dieses Gottesdienstes zu rücken. Als krönender Abschluss waren alle Besucher eingeladen zu einem köstlichen Apéro, vom Verpflegungsteam perfekt vorbereitet, womit der Abend gemütlich ausklang. Der nächste Anlass dieser Art findet am Dienstag 28. Februar statt zu dem Thema «Walk of faith – Weg des Glaubens».

Krippenspiel 2022

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Weihnachtliches Erlebnis der besonderen Art

Ein ausserordentliches Bild erwartete die Besucherinnen und Besucher vor der Diessenhofer Stadtkirche im Rahmen des Jugendgottesdienstes am vergangenen Dienstag. Während der Vorplatz normalerweise als Übergang zum Gebäude dient, stand er an diesem Abend im Fokus: Zwei Kamele – gleichsam aus dem fernen Morgenland gekommen – und drei entzückende Esel waren zu Gast. Daneben stand ein Stall, der Maria, Josef und das neugeborene Christuskind beherbergte.

Ermöglicht wurde diese weihnachtliche Szenerie zum einen durch die Gebrüder Schmid GmbH aus Schlattingen, die das Markthäuschen sponserte. Die drei Esel, die an diesem Abend Gäste in Diessenhofen waren, stammten von Coralie Wenger Weilenmann aus Basadingen. Der Besuch der Kamele war durchführbar dank einer grosszügigen Spende aus dem Kulturpool der Stadtgemeinde Diessenhofen. Die rund 300 Besucher erfreuten sich ob dieses weihnachtlichen Geschehens auf dem Vorplatz, das einen Höhepunkt im Verlauf der Veranstaltung darstellte. Unterstützt wurde das Ambiente durch stimmige Beleuchtung. Hinzu kam ein Apéro, bestehend aus Punsch, köstlicher Kürbissuppe und leckeren Knabbereien.

Das Fest zum Anfassen

Mit dieser festlichen Stimmung ging es nahtlos weiter beim anschliessenden Gottesdienst im Innenraum. Das Publikum erlebte eine brillante Fusion der unterschiedlichen Begabungen der Sekundarschülerinnen und -schüler, die nun die Früchte ihrer wochenlangen Vorbereitungen ernten durften. Das Kirchenschiff, vom Dekorationsteam liebevoll geschmückt, erstrahlte in seiner ganzen Pracht. Die Tanzgruppe Roundabout aus Schlatt machte den Anfang und präsentierte einen mitreissenden Tanz zu rhythmisch bewegter, abwechslungsreicher Musik. Danach hatte das Moderationsteam seinen sympathischen Auftritt mit Überleitung zur Jugendband. Diese gab den eindringlichen Song «Oh holy night» zum Besten und zog damit das Publikum in seinen Bann.

Der bedeutungsvolle Stern

Die Theatergruppe präsentierte sich in grandioser Form. Das Stück, das sie zur Aufführung brachte, trug den Titel «Der bedeutungsvolle Stern». Hirten, drei Könige aus dem Morgenland, Engel sowie Maria und Josef traten auf. Sie schilderten aus ihrem Blickwinkel, wie sie die grossen Taten Gottes einschätzten und bewerteten. Dabei wurde die Weihnachtsgeschichte mit modernen und witzigen Elementen in Verbindung gebracht: So kommunizierten die drei Könige via Whatsapp und Smartphones. Damit  gaben sie den Herrschern der anderen vorderasiatischen Reiche kund, was an diesem aussergewöhnlichen Abend in Bethlehem geschah.

Eingebettet in ein fantastisches Bühnenbild präsentierten die jungen Schauspieler eine Bühnenleistung, welche beim Publikum für großartige Begeisterung sorgte und mit einem warmen Applaus honoriert wurde. Das Stück wurde umrahmt von der Jugendband, die szenisch abgestimmte Weihnachtslieder spielte, unterstützt durch einen Chor von Religionsschülerinnen und -schülern der Primarschule. Dieser Chor sorgte im Zusammenspiel mit der Band für ein ergreifendes Spannungsmoment in der Stadtkirche. Die jungen Sängerinnen und Sänger sangen sich mit ihren lieblichen Klängen in die Herzen des Publikums.

Gott mit uns

In ihrer Predigt schilderte Religionslehrerin Karin Schmid tragende Gesichtspunkte der Weihnachtsgeschichte. Sie betonte den zweiten Namen von Jesus Christus «Immanuel», der die Bedeutung «Gott mit uns» hat. An der Krippe biete sich die Chance, die Bedeutung dieses Namens zu begreifen und dann zu erleben, wie Gott mit uns ist, weil er uns in seiner Dreieinigkeit liebt und begleitet. Die Predigerin wies daraufhin hin, dass das Leben nicht immer fair sei. Sorgen und Nöte würden nicht vor uns haltmachen. Bei der Krippe könne allerdings jeder Mensch unabhängig von seinen Lebensumständen Frieden und Geborgenheit in Jesus Christus finden.

Andächtige Stimmung

Abschliessend waren die Besucherinnen und Besucher eingeladen, eine Kerze zu entzünden und einen Moment innezuhalten. Ein mit Sand aufgefülltes Tongefäss erstrahlte schon bald in leuchtendem Kerzenlicht. Es verstärkte die andächtige Stimmung, die sich im Innern des Kirchenschiffs ausgebreitet hatte. Nach diesem Gottesdienst, der den Glanz von Weihnachten sichtbar machte und die Besucherinnen und Besucher tief bewegte, waren die Stationen rund um die Kirche noch einmal offen. Somit klang der Abend in entspannter Atmosphäre bei guten Gesprächen und ebenso guter Verpflegung aus.

Sinnstiftende Botschaft in der Generationenkirche

Vergangenen Sonntagabend trat Damaris Kofmehl, Erfolgsautorin und Theologin, in der Diessenhofer Generation Church auf. Die Band spielte harmonische Klangmelodien, während die Wände des Chorraums in warme Farben eingetaucht wurden. Diese Eindrücke im liebevoll aufbereiteten äusseren Rahmen schufen eine angenehme Atmosphäre im Kirchenschiff. Nachdem die zahlreich erschienene Gemeinde durch inspirierende Lieder in Gottes Lob eingestimmt war, begann die Rednerin ihre Predigt über das Thema „Vergebung“.

 

Aus dem Schatten in das Licht 

Authentisch berichtete sie von früheren Erfahrungen in Brasilien, wo sie Hilfsorganisationen unterstützte bei der Arbeit mit Strassenkindern. Ausgerechnet im Umfeld aufopferungsvoller sozialer Tätigkeit habe sie so starkes Mobbing von Kollegenseite erfahren, dass sie sich nach einiger Zeit genötigt sah, das Land zu verlassen. Eine tiefe Verbitterung sei die Folge gewesen. Geholfen habe ihr, Menschen zu treffen, die ohne viele Worte schlicht und einfach zuhörten und Gefühle der Solidarität zum Ausdruck brachten. Dies habe Selbstheilungskräfte im Inneren erweckt und Unterstützung von ganz oben ausgelöst. Diese Erfahrung im Übergangsbereich vom Leid zur Freude habe sie dazu bewegt, die eigene Biografie mit allen Licht- und Schattenseiten aufzuschreiben und in Buchform zu veröffentlichen.

 

Praktische Lösungsansätze in der Krise

Die Referentin beeindruckte durch die hautnah individuelle Präsentation ihrer Rede, wobei sie sich nicht scheute, einen Einblick in ihre seelische Verfassung zu geben. Sie tat das in der Absicht, praktisch gangbare Wege vom Zweifel zur Gewissheit aufzuzeigen. Jesus Christus sei der Kern und Stern des Glaubens und eine überaus lebendige Heilungskraft, die auch aus schlimmsten Lagen herausführen könne, wusste sie aus leidgeprüfter Erfahrung zu berichten. Zur Sprache kamen praktische Lösungsansätze im Umgang mit Krisen. Frau Kofmehl machte Mut, sich eigenen Sorgen und den Sorgen der Mitmenschen zu stellen. Dadurch finde man Ausgänge aus eigener Verhärtung. Man gewinne Nähe zueinander, gönne sich aber auch den notwendigen Abstand, um in der Stille massgeschneiderte Anregungen von Gott zu empfangen.

 

Meditativer und geselliger Austausch

Im Anschluss an die Predigt fand eine meditative Phase statt. Die Feier des Abendmahls, verbunden mit persönlicher Segnung und Fürbitte, war für eine ganze Anzahl von Besuchern eine innere Bereicherung. Die Impulse des Gottesdiensdienstes klangen dann auch während des abschliessenden feinen Aperos in vielen Gesprächen nach. Die gesellige Stimmung versetzte die Teilnehmer in einen offenen Erwartungshorizont, während ein Austausch über Alltagserfahrungen und glaubensstärkende Massnahmen stattfand. Beste Stimmung herrschte auch bei der Vor- und Nachbereitung durch das Helferteam in den Bereichen Instrumental- und Chormusik, Technik, Dekoration, Verpflegung und pastorale Dienste. Präsidentin Jael Mascherin dankte allen Mitwirkenden für den nachhaltigen Einsatz. Der nächste Anlass im Rahmen der Diessenhofer Generation Church ist am 26. Februar 2023 mit einer Gastpredigt von Pfarrerin Sabine Aschmann (Schlatt).

Glaube und Leben in neuen Dimensionen  

Unter dem Thema „Leben in neuen Dimensionen“ stand der Diessenhofer Generationen-Gottes-dienst am letzten Oktober-Sonntag. Bei diesem kreativen Anlass wurden Grundgedanken der Bibel in zeitgemässer Form zur Sprache gebracht. Besinnliche Texte und Segensgebete sowie die Feier des heiligen Abendmahl prägten das ereignisreiche Miteinander in der Stadtkirche.

Kontaktgeschehen zwischen Himmel und Erde

Höhepunkt des abendlichen Anlasses war eine kraftvolle Ansprache von Gastprediger Manuel Leiser (Truttikon), der für das Missionswerk „Campus für Christus“ (Zürich) tätig ist. Mit seiner fröhlichen, zupackenden Art erläuterte Leiser vor versammelter Gemeinde zentrale Grundsätze der Bibel. Er vermittelte sinnstiftende Anregungen im Hinblick auf ein lebendiges Kontaktgeschehen zwischen Gott und Mensch, indem er folgende vier Thesen entfaltete: Gottes Liebe geht über allen auf. Dennoch leidet die Menschheit unter einer tiefgreifenden Entfremdung von der Quelle des Lebens. Gottes Sohn heilt diese Entfremdung, indem er die Schuld aller Menschen auf sich lädt. Alle Leute sind eingeladen, eine individuelle Glaubensbeziehung zu Gott und Jesus aufzubauen.

Schwungvolle musikalische Klänge und mitreissende Lieder, dargeboten von der Band der Generation Church, erfreuten die Zuhörerinnen und Zuhörer, die mit Begeisterung in das Lob Gottes einstimmten. Farbige Lichtimpulse sorgen für eine stimmige und anregende Atmosphäre. Bei einem feinen Apero entwickelten sich zahlreiche Gespräche zur gegenseitigen Stärkung des Vertrauens. Die Teams für Bild- und Tontechnik, Moderation, Dekoration, Verpflegung und pastorale Begleitung leisteten ganze Arbeit, so dass der Abend zu einer rundum gelungenen Angelegenheit wurde.

Brücke zur Reformation

Die Veranstaltung war in ihrer dynamischen Ausstrahlung und Magnetwirkung eine starke Motivation, das Wagnis des Glaubens einzugehen. Das Gesamtgeschehen des Abends wirkte wie eine Aktualisierung des Gedankenguts der Reformatoren Martin Luther und Ulrich Zwingli, die bereits in ihrer Epoche klassische biblische Glaubensgrundlagen wiederentdeckten und in erfrischend zupackender Weise neu zur Sprache brachten. Indem das persönliche Dasein im Horizont des göttlichen Wohlwollens und des lebendigen Gottvertrauens ausgeleuchtet wurde, bildete dieser Diessenhofer Gottesdienst eine Brücke zum Gedenktag der Reformation am ersten Sonntag im November. Der nächste Anlass in der Stadtkirche im Format Generation Church ist am 27. November um 18.oo mit Eventrednerin und Bestseller-Autorin Damaris Kofmehl zum Thema „Vergebung“.

Inspirierender Jugendgottesdienst zum Thema «Dating»

Am vergangenen Dienstagabend 27. September fand in Diessenhofen der Jugendgottesdienst statt. Die Stadtkirche war durch die Schülerinnen und Schüler des Dekorationsteams kreativ geschmückt worden: Unzählige rote Herzen zierten die Wände und hüllten den Raum in die passende Stimmung zum Thema Dating. Nach der sympathischen Begrüssung durch das Moderationsteam übernahm die Jugendband und holte die Besucherinnen und Besucher mit ihren kraftvollen Songs ab.

Standfestigkeit durch die Beziehung mit Gott

Gastredner war der 20-jährige Lukas Gerber aus Tägerwilen. Der junge Thurgauer hat diesen Sommer die Matura erlangt und beabsichtigt, nach seinem Zivildienst den Weg des Theologiestudiums einzuschlagen. Dass er damit auf dem richtigen Weg ist, bewies er an diesem Abend: Gekonnt führte er in das vielschichtige Thema ein und richtete passende Worte an die Besucher aus allen Generationen. Beziehungen seien wie ein Kartenhaus, dem es auch an Stabilität mangeln könne, führte er aus. Wer sein Glück auf eine Beziehung aufbaue und seinen Wert in anderen Personen suche, werde keine Erfüllung finden. Vielmehr gehe es darum zu erkennen, welchen Wert jeder einzelne Mensch in Gottes Augen hat. Entziehe man sich der Abhängigkeit von anderen Menschen und mache man sich seinem Wert in Jesus Christus bewusst, würden sich nicht nur Wege für eine gesunde Beziehung zu sich selbst eröffnen, sondern auch für Beziehungen mit anderen. Diesen Schlüsselpunkt umrahmte Gerber mit passenden Bibelstellen, die seine Worte tiefgehend untermauerten.

Abgestimmte Elemente

Die Theatergruppe studierte ein thematisch passendes Theater ein. Darin sucht eine junge Frau nach ihrem Herzblatt, das sie am Ende des Stückes in feierlichem Ambiente aus drei Männern aussucht. Die Jugendband gab daraufhin den Song «Just the way you are» von Bruno Mars zum Besten und sorgte für die passende Stimmung. Auch der anschliessende Apéro war perfekt auf das Thema abgestimmt: Nebst dem traditionellen Hotdog und leckerem Kuchen wurden allen Besucherinnen und Besuchern Lebkuchenherzen offeriert, die liebevoll mit Zuckerguss in allen Farben verziert waren. Beim Geniessen des Apéros ergaben sich wertvolle Gespräche und Begegnungen, bei welchen man den Abend stimmungsvoll ausklingen liess.