Inspirierender Jugendgottesdienst zum Thema «Dating»

Am vergangenen Dienstagabend 27. September fand in Diessenhofen der Jugendgottesdienst statt. Die Stadtkirche war durch die Schülerinnen und Schüler des Dekorationsteams kreativ geschmückt worden: Unzählige rote Herzen zierten die Wände und hüllten den Raum in die passende Stimmung zum Thema Dating. Nach der sympathischen Begrüssung durch das Moderationsteam übernahm die Jugendband und holte die Besucherinnen und Besucher mit ihren kraftvollen Songs ab.

Standfestigkeit durch die Beziehung mit Gott

Gastredner war der 20-jährige Lukas Gerber aus Tägerwilen. Der junge Thurgauer hat diesen Sommer die Matura erlangt und beabsichtigt, nach seinem Zivildienst den Weg des Theologiestudiums einzuschlagen. Dass er damit auf dem richtigen Weg ist, bewies er an diesem Abend: Gekonnt führte er in das vielschichtige Thema ein und richtete passende Worte an die Besucher aus allen Generationen. Beziehungen seien wie ein Kartenhaus, dem es auch an Stabilität mangeln könne, führte er aus. Wer sein Glück auf eine Beziehung aufbaue und seinen Wert in anderen Personen suche, werde keine Erfüllung finden. Vielmehr gehe es darum zu erkennen, welchen Wert jeder einzelne Mensch in Gottes Augen hat. Entziehe man sich der Abhängigkeit von anderen Menschen und mache man sich seinem Wert in Jesus Christus bewusst, würden sich nicht nur Wege für eine gesunde Beziehung zu sich selbst eröffnen, sondern auch für Beziehungen mit anderen. Diesen Schlüsselpunkt umrahmte Gerber mit passenden Bibelstellen, die seine Worte tiefgehend untermauerten.

Abgestimmte Elemente

Die Theatergruppe studierte ein thematisch passendes Theater ein. Darin sucht eine junge Frau nach ihrem Herzblatt, das sie am Ende des Stückes in feierlichem Ambiente aus drei Männern aussucht. Die Jugendband gab daraufhin den Song «Just the way you are» von Bruno Mars zum Besten und sorgte für die passende Stimmung. Auch der anschliessende Apéro war perfekt auf das Thema abgestimmt: Nebst dem traditionellen Hotdog und leckerem Kuchen wurden allen Besucherinnen und Besuchern Lebkuchenherzen offeriert, die liebevoll mit Zuckerguss in allen Farben verziert waren. Beim Geniessen des Apéros ergaben sich wertvolle Gespräche und Begegnungen, bei welchen man den Abend stimmungsvoll ausklingen liess.

Junge Menschen in der Passionszeit

Dramatische Szenen

Diessenhofen und die umliegenden Gemeinden erlebten am Dienstag einen Jugendgottesdienst zu dem Thema „Passion – unterwegs mit Jesus“. Schülerinnen und Schüler aus Basadingen, Schlattingen und Willisdorf hatten diesen Anlass vorbereitet. In ein geheimnisvolles blaues Licht getaucht, erstrahlte die Stadtkirche im abendlichen Halbdunkel. Moderation und Lieder waren auf diesen nachdenklichen Anlass eingestellt. Worte, Klänge und Melodien versetzten die jungen Leute mitsamt Eltern, Verwandten und Freunden in eine erwartungsvolle Stimmung.

Das Schülertheater spielte tragische Szenen aus den letzten Stunden, die Jesus Christus auf seinem irdischen Lebensweg beschritt. Das dargestellte Drama war geprägt von einer heftigen Kontrastwirkung zwischen Jesus und Petrus: Dieser leugnet dreimal, seinen Herrn zu kennen, und wird durch das zweimalige Krähen des Hahns in tiefe innere Verzweiflung gestürzt.

Feigheit und Mut

In seiner Predigt versetzte sich Diakon zur Anstellung Andreas Schlegel (Schlatt) in Petrus hinein und erläuterte den inneren Zwiespalt zwischen Mut und Feig-heit. Aus dieser inneren Notlage habe er durch eine Sinnesänderung heraus-gefunden. In der Rolle des Petrus wandte er sich an die versammelten Jugend-lichen mit den Worten: „Habt ihr auch schon einen ähnlichen Konflikt erlebt? Wie mag der ausgegangen sein? Jedenfalls gibt es einen Weg zu Gott zurück.“ Die Predigt gipfelte in dem Hinweis auf die königliche Würde, die Jesus aus-zeichnet. Gerade in der Stunde tiefster Erniedrigung habe Christus an dieser Würde festgehalten, die durch die Auferstehung glanzvoll bestätigt worden sei.

Gemütliches Dekor

Ein liebevoll buntes Dekor erfreute das Auge der Besucherinnen und Besucher. Die Gesangssolisten sassen vorn auf der Bühne auf gemütlichen Sesseln und anderen Sitzgelegenheiten inmitten eines wohnlichen Interieurs. Von dieser Wohnzimmeratmosphäre aus liessen sie ihre Lieder in das weite und grosse Kirchenschiff hinein erschallen. Der Sound der Band unterstützte diese Stimmung und wechselte zwischen weichen und kräftigen Klangfarben.

Anstelle des krankheitshalber verhinderten Hans Maurer (Missionswerk „Licht im Osten“) wies Religionslehrerin Karin Schmid auf die Kriegssituation in Ost-europa hin und warb um eine herzhaft-grosszügige Kollekte zugunsten ukrainischer Flüchtlinge. Mit einem schmackhaften Hotdog und in frohgemuter Geselligkeit wurde dieser abendliche Anlass abgerundet.

Erster Diessenhofer Jugendgottesdienst im neuen Jahr

Der vergangene Dienstagabend stand ganz im Zeichen des ersten Jugendgottesdienstes im neuen Jahr. Die Stadtkirche zeigte sich von ihrer schönsten Seite, als Schülerinnen und Schüler aus Schlatt ein Erlebnisprogramm starteten, gerichtet an Jugendliche aus dem gesamten Diessenhofer Bezirk samt Eltern und Grosseltern. Licht- und Tontechniker, Sänger und Musiker liefen zu Hochform auf, aufgelockert durch eine humorvolle Moderation. Hinzu kam ein Schülertheater vom Feinsten. Die jungen Darsteller präsentierten in zwei Teilen eine bemerkenswerte Geschichte aus der Zeit des Neuen Testaments, aufgeschrieben im Evangelium nach Johannes Kapitel 2 und 3: Wie Jesus Christus Wasser in Wein wandelt und einem überaus klugen Mann eine noch klügere Antwort liefert auf dessen Fragen.

Nikodemus findet seinen Meister

An diesem Abend stand also Nikodemus im Mittelpunkt – jener berühmte Theologieprofessor, der anlässlich eines nächtlichen Zwiegesprächs in Jesus seinen Meister fand. Die Gegensätze, die diesem Dialog vorausgingen, hätten nicht farbiger und kontrastreicher gestaltet werden können: Das Schülertheater demonstrierte ausgelassene Freude anlässlich einer orientalischen Hochzeit, den urplötzlichen Mangel an Wein, die Verzweiflung des Bräutigams, der sich vor der Festgesellschaft als organisatorischer Looser blossgestellt vorkommt, dann aber die verblüffende Wunderkraft, die in den Worten und Anweisungen des Herrn steckt. In den Handlungsablauf eingebettet waren liebenswürdige Dialoge, etwa als Jesus mit seiner Mutter Maria diskutiert, was nun Priorität haben solle, um die eingebrochene Feststimmung doch noch zu retten. Die Mangelprobleme lösen sich dann durch das Wunder, vollbracht durch Gottes Sohn, der sich als liebevoller Meister der Kommunikation erweist und ebenso meisterlich über den Naturgesetzen steht.

Vertrauen ersetzt Leistung

Die Spannung verdichtete sich noch einmal, als Religionslehrerin Karin Schmid zu ihrer Predigt ansetzte. Sie erläuterte das Prinzip von Leistung und Gegenleistung, wie es heutzutage in Schule und Beruf gefordert wird, aber auch damals schon den klugen Nikodemus voll und ganz erfüllte. Dieses Leistungsprinzip gelte nicht in der christlichen Religion, erläuterte Frau Schmid: Hier seien andere Werte bestimmend, die auf eine vertrauensvolle Verständigung zwischen Gott und Mensch hinauslaufen, ohne dass die Regel „eine Hand wäscht die andere“ zur Anwendung gelange. Denn im Verhältnis zu Gott und Christus komme es ausschliesslich auf den Glauben an, und zwar persönlich und direkt: „Jesus ist meinungsstark, mitfühlend und weckt unser Vertrauen, ohne dass wir extra Vorleistungen erbringen müssen.“

Probe aufs Exempel

Das Gesehene und Gehörte verfehlte den Eindruck auf die jugendlichen Zuhörer nicht. An diesem Abend gewöhnten sie sich an einen etwas anderen Blickwinkel, der in wohltuendem Kontrast steht zum landläufigen Wechselspiel aus Geben und Nehmen. Der Grundsatz des leistungsbezogenen Umgangs werde bei Jesus durchkreuzt durch lebendige Kommunikation und freundliches Einvernehmen, fasste Karin Schmid die Botschaft des Abends zusammen. Die neu erfahrene Vertrauensbeziehung wurde auch gleich ausprobiert, indem die jungen Besucherinnen und Besucher nacheinander an den Taufstein traten und beim Anzünden einer Kerze ein persönlich formuliertes Gebet sprachen, direkt an Gottes Sohn gerichtet.

Die Schlatter Gruppe im Zusammenwirken mit Licht- und Tontechnik, Dekoration, Moderation, Theater und Predigt hat es geschafft, das schöne und tiefsinnige Glaubensbündnis zwischen Gott und Mensch in den Vordergrund zu rücken. Die Band präsentierte neue Lieder, die das Thema des Abends unter Beweis stellten und in den Worten an den Herrn gipfelten: „Aus Angst vor morgen, aus Furcht und Sorgen rufst du mich heraus. Wenn ich denk: ich bin nicht gut genug, bist du genug für mich.“ Innerlich bereichert durch diese zielführenden Gedanken und gestärkt durch einen abschliessenden Apéro, klang dieser Gottesdienst mit einem Segensgebet von Diakon in Ausbildung Andreas Schlegel (Schlatt) aus.

Jugendliche Weihnachtsfreude

Diessenhofer Adventsfenster an und in der Stadtkirche

Am Dienstagabend war in der Stadtkirche eine fröhlich bewegte Weihnachtsatmosphäre zu erfahren. Das Vorprogramm auf dem Vorhof zeigte Soldaten, Könige, Esel, Kamele sowie den nachgebauten Stall von Bethlehem. Die Glocken läuteten den Jugendgottesdienst ein, der vor einem vollbesetzten Kirchenschiff in bester Stimmung ablief.

Der Anlass stand unter dem Thema „Die grosse Laterne“ und wurde von Schülerinnen und Schülern der 7. bis 9. Klasse gestaltet. Den Einstieg machte ein Tanz der Roundabout-Gruppe aus Schlatt mit rassigen Rock- und Pop-Elementen. Danach lief ein imposantes Schauspiel ab: Es bestand aus dramatischen Lichteffekten, einem farbenfrohen Bühnenbild und einem Schülertheater, das die uralte Weihnachtsgeschichte genial kombinierte mit supermodernen Elementen. Zu sehen war, wie Hirten und Engel, Maria und Josef zahlreiche Wunder erlebten und kommentierten. Sie taten dies in humorvollen Handy-Chats, die in Grossaufnahme an der Leinwand aufleuchteten.

Premiere

Dieser Anlass firmierte als achtes von 24 Diessenhofer Adventsfenstern und war ein Höhepunkt im derzeitigen Lichterglanz des Städtli. Dieser Jugendgottesdienst mit anschliessenden Interviews wird ab Montag 13. Dezember im Lokalfernsehen Tele D gezeigt. Denn dieser Abend war etwas Besonderes und beinhaltete eine Premiere: Zum ersten Mal trat der neugegründete Gospelchor der evangelischen Kirchgemeinde in Aktion, flankiert von Gesangssolisten und der Band.

Zum Nach- und Weiterdenken lud die Predigt ein. Sie stand unter einem Motto, das von Jesus Christus höchstpersönlich stammt: „Ich bin das Licht der Welt, wer mir nachfolgt, wird nicht in der Dunkelheit umherirren, sondern er hat das Licht, das ihn zum Leben führt“ (Johannes 8,12). Wir Menschen steckten manchmal in einer dicken Nebelsuppe, wurde dazu ausgeführt. Aber der Weg des Glaubens sei wie eine Bergfahrt mit der Seilbahn, „wodurch wir aus dem Nebel an die Sonne kommen“. Den Abschluss bildete ein Apero mit Gebäck und Kürbissuppe auf dem Vorplatz bei Kerzenschein, Punsch und Glühwein.

Heilige Worte und Klangteppiche

Bemerkenswert: Das Schüler-Theater war perfekt eingebettet in verschiedene Songs des Gospel-Chores. Das gleitende Ineinander von gesanglicher Darbietung und schauspielerischer Leistung war das Glanzstück des Abends. Der Chor verbreitete eine samtweich schwingende Stimmung, die sich anfühlte wie ein farbenfroher Klangteppich. Die Solistinnen und -Solisten sangen heilige Texte mit ebenso ruhigen wie kraftvollen Melodien. Besonders schwungvoll ertönte das spanische Lied „Feliz navidad“ (glückliche Weihnachten).

Zeitgemässe Technik und familiäre Werte

Die Nachrichtentechnik während des Schülertheaters wurde nicht als Fremdkörper empfunden. Denn sie wurde gleichsam in einen höheren Dienst gestellt. Die Engeldarsteller unterstützten dieses Anliegen. Sie waren humorvoll im Auftritt und geheimnisvoll genug, um den Zauber der Weihnacht plastisch auszudrücken. Treffend präsentierten sich die Hirten in ihrer gemütlichen Robustheit sowie die Soldaten in ihrer zupackenden, kompromisslosen Tatkraft.

Respektvoll und getreu der biblischen Textgrundlage erzählten die jugendlichen Theaterleute die Vorgeschichte von Jesu Geburt. Die Rollen von Maria und Josef wurden familiär und beziehungsorientiert gespielt. Die an der Leinwand eingeblendeten Chats zwischen Maria, Josef, den Engeln und Hirten schwächten die Tatsächlichkeit der überlieferten Wunder nicht ab, sondern gestalteten sie farbig und unterhaltsam. Hierbei zeigte sich, dass Technik und Wunder nahe beieinander liegen. Die gesamte Darbietung war ein harmonisches und humorvolles Miteinander von Chor und Theater, Erde und Himmel, Engeln und Menschen. Herz und Sinne wurden berührt.

Wunder und Volltreffer

Der Abend lieferte eine Würdigung von Familie, Mensch und Natur durch die Engel und den Gospelchor, wobei im Mittelpunkt die Ankunft des gottmenschlichen Erlösers stand. Diese traditionelle Glaubenslehre kam mit zeitgemässen Hilfsmitteln zur Geltung. Das Ganze wirkte wie eine Rückblende aus der Vergangenheit und erwies sich zugleich als Volltreffer, in die Gegenwart projiziert durch die Technik des 21. Jahrhunderts. Dadurch wurde der Glaube an Gott und Jesus auf eine neuartige und tragfähige Grundlage gestellt. Die nächste Veranstaltung in dieser Reihe ist der Jugendgottesdienst am 18. Januar 2021 unter dem Thema „Fragend wie Nikodemus“.

Was tun gegen Ungerechtigkeit?

Hoffnung stirbt zuletzt

„Jesus, wir wollen mehr von dir sehen !“ Mit diesem Liedvers legte der Diessenhofer Jugendgottes-dienst am Dienstabend in der Stadtkirche ein enormes Tempo vor, gewürzt durch den rhetorisch brillanten Einsatz humorvoller Moderatoren. Die Band ergriff zu Beginn die Initiative und sang zu-packende Lieder. Das Ganze gewann immer mehr an Dynamik. Die Refrains der Lieder setzten sich in den Ohren und Herzen der Hörer fest. Dann wechselte die Stimmung plötzlich. Das junge Publikum und eine ziemlich grosse Anzahl ihrer Eltern, Grosseltern und Freunde sammelte sich in innerer Ruhe zu einem Gebet, das Religionslehrerin Karin Schmid mit der Gemeinde sprach.

Kalte Gesetzlosigkeit

Dann wieder Szenenwechsel: Das Schülertheater drängte mit Wucht und Kraft voran, während dramatisch donnernde, hammerharte Filmmusik eingespielt wurde. Mit drastisch theatralischen Handlungsabläufen wurde gezeigt, wie Banditen mit Maschinengewehren den Chorraum stürmen. Wie sie Tod und Schrecken unter unbescholtenen Bürgern verbreiten. Wie sie alles ausrauben und totschlagen, was sich ihnen in den Weg stellt. Von dieser kaltschnäuzigen Gesetzlosigkeit liess sich allerdings der jüdische Prophet Habakuk (ca. 600 vor Christus) in seinem Glauben nicht beirren. Auf steinernem Boden kniete er nieder mit dem Gebetsruf auf den Lippen: „O Herr unser Gott, sei du unser schützender Fels!“

Gottesbegegnung

Und die göttliche Antwort? Sie erscholl aus dem oberen Chorraum: „Ich bin noch lange nicht fertig mit meinen Taten. Ich habe das letzte Wort.“ In souveräner Ausstrahlung und erfüllt mit übernatürlicher Kraft, wurde ein Lichtglanz aufgeblendet als Symbol für das Himmelslicht, „in dessen Strahlen sich Gottes Macht verbirgt“ (Buch Habakuk 2,4). Als der Prophet diese lichtvollen Eindrücke mitbekam, zitterte er am ganzen Körper in dem Wissen: „Der Herr wohnt in seinem Tempel, es sei stille vor ihm alle Welt“. Und schon erschien ein Silberstreif am Horizont! Obwohl mangelnde Erträge in Ackerbau und Viehzucht zu beklagen sind, schöpfte er Hoffnung: Er will „jubeln wie ein Hirsch“, denn das beflügelt seine Schritte.

Licht am Ende des Tunnels

Praktikant Martin Wieland griff die Impulse des Diessenhofer Schülertheaters in seiner Predigt auf mit der Frage: „Erreicht Gott überhaupt unsere Welt, die vor Ungerechtigkeit nur so strotzt? Will er überhaupt helfen?“ Auch wenn man manchmal den Eindruck gewinnen könne, als habe sich Gott ganz und gar vor unseren Augen verborgen, verharre er keineswegs in der Position eines neutralen, unbeteiligten Beobachters, schärfte der Redner seinen Hörern ein. Im Gegenteil: „Gott leidet an den Menschen, mit den Menschen, für die Menschen“, gab Wieland zu bedenken. Das Kreuz seines Sohnes sei der endgültige Beweis dafür, dass der himmlische Vater sich voll und ganz unter uns einsetze – wenn auch oft anders, als wir das erwarten.

Göttliches Beispiel

Von Gottes Beispiel angeregt, könnten junge und auch ältere Christen lernen, wie wir gelassener als bisher mit ungerechten Verhältnissen umgehen können. Wir seien dann bereit, nicht nur darüber zu reden, sondern diese Probleme dann auch ganz konkret anzugehen – und zwar dort, wo es in unserer Macht stehe, auch wirklich etwas zu tun. Mit diesen Worten beschloss der Prediger seine Ansprache.

 

Jugendliche Mithilfe

Als Beispiel wurde sodann eine Weihnachtspäckli-Aktion zugunsten bedürftiger Familien in der Schweiz genannt. Zu diesem Thema wurde Julia Schmid (Schlattingen), die sich mit diesem Problem wissenschaftlich auseinander gesetzt hat, von den Moderatoren des Abends eingehend befragt.

In diesem Zusammenhang wurde auf eine Schnur mit vielen angehängten Herzen aus Papier hingewiesen, die vom Dekorationsteam angefertigt und quer über den Chorraum ausgespannt worden waren. Dies sei ein Beweis dafür, hiess es, dass der Jugendgottesdienst vom Einsatz aller reformierter Schülerinnen und Schüler der siebten bis neunten Klasse lebe. Schon jetzt sei es so, dass die Arbeitsfelder Dekoration, Bild, Technik, Verpflegung und Theater ganz oder teilweise von ehemaligen Konfirmandinnen und Konfirmanden aus Diessenhofen, Basadingen-Schlattingen-Willisdorf und Stammheim geleitet werden. Die betreffenden Ex-Konfirmanden wurden denn auch ganz besonders stark mit Beifall bedacht.

Begeisterungsstürme

Regelrechte Begeisterungsstürme löste ein ebenso geniales wie romantisch stimmiges Weihnachtsvideo aus. Es wurde mit rhythmischem Klatschen gefeiert in Vorfreude auf den nächsten Jugendgottesdienst, der am 07. Dezember wieder als grosses Weihnachtsfest in und ausserhalb der Stadtkirche begangen wird.

Nach dem Unser Vater und dem Segen gab es für die Teilnehmer dieser Abendveranstaltung kein Halten mehr: In hellen Scharen strömten sie zum Kuchen- und Getränkebuffet, das vom Verpfle-gungsteam im hinteren Bereich der Stadtkirche liebevoll aufgebaut war. So klang dieser Jugendgottesdienst in einer segensreichen und glaubensfrohen Stimmung aus, geprägt von nachdenklichen Worten und dem dankbaren Grundgefühl, dass jeder und jede sich in die grossen und kraftvollen Hände Gottes fallen lassen darf, geborgen in Jesus Christus, bei dem auch unsere ungelösten Fragen bestens aufgehoben sind, bis sie in der Zukunft gelöst werden.

Jugend mit Gott unterwegs – Jugendgottesdienst im September

Wie junge Menschen auf überraschende Weise Kontakt mit Gott finden und zu höheren Aufgaben berufen werden können, war der thematische Schwerpunkt des Jugendgottesdienstes am vergangenen Dienstagabend. Unter dem Leitspruch: „Der Prophet Samuel“ wurde die wirkmächtige Geschichte dieses Gottesmannes aus der Frühzeit Israels dargestellt.

Vom Hirtenstab zur Krone

Das Schülertheater, ergänzt durch die Mitwirkung von Praktikant Martin Wieland in der Hauptrolle des Samuel, zeigte in ebenso dramatischen wie humorvollen Szenen Gottes überraschende Entscheidungen, die unmittelbare Auswirkungen auf das Leben der Menschen haben. Besonders reizvoll war die Darstellung des Auswahlprozesses, der zur königlichen Berufung des jüngsten Sohnes einer kinderreichen Hirtenfamilie führte: Zunächst schien es, als sei der Älteste wegen seiner äusseren Vorzüge der Auserwählte. Doch ausgerechnet der Jüngste – noch ein halbes Kind – wurde durch Gottes Stimme namentlich benannt als derjenige, den Samuel salben und somit für das künftige hohe Amt innerlich ausrüsten solle.

Wie Religionslehrerin Karin Schmid in ihrer Predigt erläuterte, kommt alles darauf an, dass wir dieses Überraschungsmoment erfassen und den Augenblick nicht verpassen, in dem Gott uns kreativ begegnet. Sie forderte dazu auf, die Ohren zu spitzen und das Herz zu öffnen. Der Anschein oder äussere Vorzüge seien überhaupt nicht wichtig, sondern das, was in uns steckt. „Gott kennt jeden einzelnen sehr genau und geht einfühlsam auf unsere Bedürfnisse und Möglichkeiten ein“, führte sie aus. Gott wolle mit jedem Menschen individuell sprechen und seine Gaben zur Entfaltung bringen. Falls wir auf sein Angebot eingingen, werde Gott tief drinnen in uns ein „friedliches und starkes Herz“ gestalten und entwickeln.

Hallo Lieblingsmensch …

Schülerinnen und Schüler aus Basadingen-Schlattingen-Willisdorf – aufgeteilt in die Teams Technik, Theater, Band, Chor, Dekoration – hatten diesen Abend in wochenlanger Arbeit vorbereitet. Band und Chor liessen glaubensfrohe Lieder erklingen, die auf schwungvolle Weise die Botschaft des Abends zur Geltung brachten. Besonders originell verlief der Schlussabschnitt: Der Reihe nach kamen alle jugendlichen Besucher aus den Klassen 6 bis 9 nach vorne und drückten ihren Fingerabdruck auf große Poster, die das Dekorationsteam bereitgestellt hatte. Auf diese Weise kam der Grundgedanke des Abends zum Ausdruck, der bereits zu Beginn in einem einprägsamen Lied des Chores erklungen war: „Hallo Lieblingsmensch – ein Riesenkompliment dafür, dass du mich so gut kennst.“  Mit segensreichen Eindrücken und Impulsen klang dieser Diessenhofer Jugendanlass aus.

Konfirmation im Städli

Bilder der Konfirmation

Zehn junge Menschen aus Diessenhofen erlebten bei strahlenden Sonnenschein am letzten Sonntag im Monat Mai ihre Konfirmation. Der Jahrgang 2020-21 wurde dabei in zwei Gruppen unterteilt, um den Corona-Bedingungen gerecht zu werden. In grosser Freude veranstaltete die reformierte Kirchgemeinde nacheinander zwei festliche Morgenveranstaltungen in der Stadtkirche, in denen jeweils fünf Jugendliche eingesegnet wurden im Namen des dreieinigen Gottes.

Zehn Gebote

Das Thema beider Gottesdienste, die jeweils parallel ins Kirchgemeindehaus übertragen wurde, lautete: „Lebensregeln für den Weg in die Zukunft.“ Die zehn jungen Leute trugen die zehn Gebote des alten Testaments mit Erläuterungen Martin Luthers vor, zusammengefasst im Prinzip der Nächstenliebe und anschaulich dargestellt in Form eines Theaterstücks, welches das Gleichnis vom barmherzigen Samariter eindrucksvoll in Szene setzte. Gekonnt führten die Konfirmanden das Drama jenes ausgeplünderten und schwerverletzten Reisenden vor Augen, der zwischen Jericho und Jerusalem unter die Räuber fiel. Tragischer Tiefpunkt war dabei das mitleidlose Vorbei-Gehen zweier Scheinheiliger. Kraftvoller Höhepunkt hingegen war der verantwortungsbewusste Einsatz des Samariters, der alles tat, was in seiner Macht stand, um möglichst praktisch und unkompliziert die Not zu lindern.

Himmlischer Helfer

An diese szenische Vorführung knüpfte Pfarrer Gottfried Spieth in seiner Predigt an. Er schilderte den Übergang vom kindlichen Spiel zum Ernst des Lebens. Dabei verschwieg er die Gefahren nicht, die auf die jungen Freunde zukommen könnten. Krisenerfahrungen seien Teil der vollen Lebenswirklichkeit, in die sie nun einträten. Zugleich betonte Spieth die Hilfe von oben, die durch ein Stoßgebet von unten herbeigerufen werde: „Je schwieriger deine Lage ist, desto näher ist dir jener wirklich heilige Samariter, der zum grossen Freund deines Lebens wird und Jesus Christus heisst.“

Befestigung im Glauben

Jael Mascherin, Präsidentin der Kirchgemeinde, begrüsste die zehn neuen Kirchbürgerinnen und Kirchbürger herzlich und lud zur praktischen Mitarbeit in der Gemeinde ein. Sie verwies auf die geistliche Tragweite der Konfirmationshandlung und umschrieb diese – getreu der lateinischen Ursprungsbedeutung – mit den Worten: „Befestigung und Stärkung im Glauben“.
Zusammen mit Doris Greim, die die junge Mannschaft gemeinsam mit Pfarrer Spieth im vergangenen Oktober auf dem Lager in Meersburg begleitet hatte, überreichte Frau Mascherin den zehn jungen Menschen eine Rose als Zeichen der Wertschätzung. Die Konfirmandinnen und Konfirmanden antworteten mit einem herzlichen Dank an Eltern, Grosseltern und Paten für die hilfreiche bisherige Wegbegleitung.

Glaubensfrohe Stimmung

Musikalisch wurden beide Gottesdienste durchflutet von klassischen Orgeltönen. Sie wurden dynamisch dargeboten von Annedore Neufeld und vermittelten eine feierliche Atmosphäre im Gotteshaus. Zeitgenössische Lieder mit geistlichem Tiefgang, gesungen und gespielt von der Jugendband unter Leitung von Dan Schmid, sorgten für eine ebenso gelöste wie glaubensfrohe Stimmung. Mit segensreichen Empfindungen klangen die beiden denkwürdigen Gottesdienste aus.

Jugendgottesdienst – Stark wie Lydia

Die Kraft der Umkehr: vom Glauben zum Leben

Am vergangenen Dienstag erlebte die Diessenhofer Stadtkirche einen abendlichen Höhepunkt: Die Nachricht von Jesus Christus wurde mit voller Präsenz vor Augen geführt. Dies geschah in zwei Jugendgottesdiensten für die 5. bis 7. sowie für die 8. und 9. Klasse. Zur prächtigen Stimmung trug die Band bei, die unter Leitung von Dan Schmid schwungvolle Klänge erschallen liess. Einzelne professionelle Sängerinnen traten solistisch auf. Bassgitarrist Daniel Peyer und Roger Benz, Jugendbeauftragter im Vorstand der Kirchgemeinde Schlatt, schilderten den Nutzen des Glaubens: Der sei so praktisch, dass ihn jeder testen könne. Es gebe nichts Grösseres und Besseres. Dieser Glaube sei jederzeit verfügbar und überall anwendbar im tagtäglichen Dasein.

Farbenfrohes Schülertheater

Ein Schülertheater in herrlich bunten Kostümen zeigte die Apostel Paulus und Silas: Wie sie Lydia, eine aus dem Morgenland stammende und in Griechenland reich gewordene Purpurhändlerin, zur Taufe bewegen. Eindrucksvoll wurde Lydias Schlüsselerlebnis dargestellt: Wie Paulus sie am Ufer eines Flusses über die unwahrscheinlichen Chancen informiert, die Christsein mit sich bringt.

Auch der Gefängnischef der nordgriechischen Stadt Philippi spielte eine Rolle im Schauspiel der Schüler: Gerade noch wegen Verletzung seiner beruflichen Wächterpflicht dem Selbstmord nahe, leuchtet ihm jetzt ein helles Licht, und heilsames Wasser fliesst. Seine überraschende Taufe folgt auf eine Nacht voller Erschütterungen und geborstener Gefängnismauern. Die Apostel, zu Unrecht gefangen gesetzt, hatten ein mitternächtliches Lobgebet an Gott gerichtet – wodurch dieses Wunder ausgelöst wurde.

Längsbalken des Kreuzes

Im Mittelpunkt der Predigt von Religionslehrerin Karin Schmid stand – passend zur Passionszeit – das Kreuz. Das Dekorationsteam hatte zwischen den Säulen des Kirchenschiffs eine Girlande aus Dutzenden von Wimpeln mit aufgemalten Kreuzen ausgespannt. Frau Schmid betonte unsere Längsverbindung nach oben, symbolisiert durch den senkrechten Kreuzesbalken: „Hierdurch wird Gott als Freund und Helfer der Menschen sichtbar. Diese Botschaft hat Paulus als erster in Europa verbreitet. Modebewusste Frauen wie Lydia und praktisch veranlagte Männer wie der Sicherheitsbeamte aus Philippi sind zur Überzeugung gelangt, dass die Taufe zu einem neuen Anfang verhilft.“

Bei uns sei die Kindertaufe üblich, die durch die Konfirmation bekräftigt wird. Frau Schmid verglich dies mit einem Reinigungs­bad, bei dem ein tiefschwarz verschmutztes T-Shirt schneeweiss gewaschen wird: „Lydia wollte mit ihrer Taufe dieses Zeichen setzen: Ja, ich glaube, dass Jesus mich rettet von meinen Fehlern und mir ein ewiges Leben bei Gott schenkt. Wer diesen Glauben annimmt, gehört zur Familie von Gott. Der ist ein Kind Gottes und darf eine ewige Verbindung mit Gott haben. Dies kann jeder und jede von uns am heutigen Abend durch ein Gebet erfahren.“

Querbalken des Kreuzes

Das Kreuz hat auch einen Querbalken, wie die Religionspädagogin weiter ausführte: „Der Glaube an Jesus ist eine Beziehung in den Himmel, aber auch eine Bezie­hung zu unseren Mitmenschen.“ Die waagerechte Richtung werde verwirklicht in Energien, die der Glaube freisetzt zur Verstärkung der jungen Gemeinschaft. Dadurch fliesse ein vielfältiger Segensstrom in das Gesamtleben der drei Kirchgemeinden Diessen­hofen, Basadingen-Schlattingen-Willisdorf und Schlatt.

Was sich in beiden Jugendgottesdiensten ereignete, war Religion zum Anfassen und Glaube zum Leben. In froher Atmo­sphäre verliessen die Schülerinnen und Schüler am Dienstagabend die Stadtkirche. Sie nahmen zielführende Impulse mit nach Hause und in die kommenden Wochen.

 

Vorweihnachtliche Jugendstimmung in Diessenhofen

von Pfarrer Gottfried Spieth

Das Städtli erlebte am Dienstagabend gleich zwei Jugend­gottes­dienste. Zunächst gross geplant, wurden sie unter Corona-Bedingungen in viel bescheidenerem Umfang verwirklicht. Dennoch zogen sie eine ganze Reihe von Interessenten an. 50 Personen waren für jede der beiden Veranstaltungen um 19.oo (5. bis 7. Klasse) und 20.oo (8. und 9. Klasse) zugelassen. Die jungen Besucher kamen aus den Kirchgemeinden Diessenhofen, Schlatt und Basadingen-Schlattingen-Willisdorf in die Stadtkirche.

Drei kluge Köpfe

Auf dem Vorplatz waren – wie im Vorjahr – ein lebendiges Kamel zum Aufsitzen sowie echte Esel und Schafe in einem aufgebauten Holzstall vorgesehen. Diese Attraktion muss auf die Adventszeit 2021 verschoben werden, kündigten die beiden Moderatoren an, die sachkundig durchs abendliche Programm führten.

Thematisch ging es um drei kluge Männer von fürstlichem Rang, die – wie Dan Schmid, der Leiter der Band, ausführte – aus dem Zweistromland kamen und 1200 km auf einem mühseligen Karawanenzug zurücklegten. „Sie wollten in Bethlehem den neugeborenen König des Friedens besuchen“, so Dan. „Sie liessen es sich ordentlich etwas kosten, dieses Anliegen zu verwirklichen, denn sie wussten: Darauf kommt es an – und auf nichts anderes.“

Vorrang des Friedens

Schauspieler aus der 7. bis 9. Klasse führten humorvoll die Geschichte der lobpreisenden Engel, Hirten auf dem Felde und Weisen aus dem Morgenland vor Augen, umrahmt von Lichtern, Sternen und Kerzen, vom Dekorationsteam geschmackvoll im Kirchenraum ausgebreitet. Im Mittelpunkt des Theaters stand die Kernbotschaft des Engels: „Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden bei den Menschen seines Wohlgefallens.“

Mit viel Schwung trugen zwei Solistinnen altvertraute wie zeitgemässe Weisen vor, darunter „Engel bringen frohe Kunde“ und „O du fröhliche“. Schlagzeug, Bassgitarre, Klavier und E-Gitarre lieferten die passende Begleitung. Die Mischung aus verschiedenen Stilrichtungen traf gefühlsmässig die vorweihnachtliche Erwartung der jungen Gemeinde. Ein fröhlicher, rhythmisch bewegter Akzent wurde gesetzt. Der Abend verlief in einer angenehmen Leichtigkeit des Daseins und formte einen Kontrast zu der verhaltenen Stimmung, die sonst derzeit herrscht.

Prediger des Abends war Dan Schmid in Vertretung seiner Frau, der erkrankten Religionslehrerin Karin Schmid. Ohne viel Umschweife kam er auf Christus zu sprechen. Er redete die jungen Leute persönlich an und trat in einen Dialog mit ihnen ein. Er bot ihnen jenen Frieden an, der von Jesus stammt. „Gerade dann, wenn wir meinen, cool und lässig daher zu kommen, geraten wir aus dem Gleichgewicht. Unsere Lebensängste schreien förmlich nach der Person, die das Chaos in Frieden wandeln kann.“

Ruhe im Sturm

Schmid forderte die Zuhörer heraus, nachzuden­ken über ihre Lage: „Wollt ihr Ordnung oder Chaos, Frieden oder Streit? Hast du diesen Gegensatz erlebt, oder ist dir das alles gleichgültig?“ fragte er. Als Beispiel für Chaos erwähnte er Hurricans, die in den USA oft eine Schneise der Verwüstung anrichten und Autos und Hausdächer in die Luft schleudern. Über den Wolken aber sehe das „Auge des Sturms“ fast friedlich aus. Dieser Blickwechsel sei enorm wichtig, betonte der Redner. Er bat die Hörer, sich gedanklich in die obere Position zu versetzen: „Dann kannst du die Dinge ruhiger angehen.“

Unsere seltsame Zeit voll ungewohnter Einschränkungen sei erfüllt von Sehnsucht nach Frieden, der aber erkämpft sein will, betonte Schmid unter Berufung auf einen Mann, der noch stärkere Krisen besiegen musste als wir, um Frieden zu erringen. „Das war König David, der tausend Jahre vor Jesus lebte. Er kämpfte mit Löwen und Bären und dem Riesen Goliath. Im Namen Gottes erzielte er Frieden und Gerechtigkeit.“ Zum Schluss bat Dan Schmid seine jungen Hörer, mit ihm das Friedensgebet des Franz von Assisi zu beten: „Herr, mache mich zu einem Werkzeug deines Friedens …“

Jael Mascherin, Präsidentin der reformierten Kirchgemeinde Diessenhofen, organisierte sodann den geordneten Auszug aus der Kirche. Beschenkt mit einem kleinen Präsent, verliessen die Schüler klassenweise den Kirchenraum. Sie hielten sich nicht auf dem Vorhof auf, sondern gingen ruhig nach Hause. Vertraute Lieder, Bibelworte und Bilder prägten diesen Abend, achtsam dargeboten in Einstimmung auf eine schwierige und doch mach­bare Zeit, die vor uns liegt. Mit dem gemeinschaftlichen Gefühl des Vertrauens darauf, dass Jesus mit seinem Frieden mitten unter uns ist, endeten diese beiden denkwürdigen Jugendgottesdienste.

Jugend-Gottesdienst „Queen Esther“

Königliches Gebet bewegt die Weltgeschichte

Packender Jugendgottesdienst in der vollbesetzten Stadtkirche Diessenhofen

Eine starke Stimmung herrschte in dem Jugendgottesdienst, der vergangenen Dienstagabend in der vollbesetzten Diessenhofer Stadtkirche ablief zu dem Thema «Queen Esther». Herz und Gefühle wurden in Wallung versetzt, denn es war grosses Kino, das hier stattfand. Mächtige Schlagzeugklänge mischten sich mit nachdenklichen Liedern. Auf geheimnisvolle, uralte Zeiten des persischen Weltreiches unter Grosskönig Xerxes I. richtete sich der Blick. Ein mitreissendes Theater und unterhaltsame Spiele, eine zielgerichtete Moderation und eindringliche Predigt, ein farbenfrohes Bühnenbild sowie prächtige Gewänder waren zu bestaunen. Die königliche Stimmung setzte sich anschliessend im Gemeindehaus fort bei einer dem Anlass entsprechenden Verköstigung.

Persien und Israel

Zunächst führten die jugendlichen Schauspieler jenen dramatischen Gegensatz zwischen Israel und dem Iran vor Augen, der sich bereits vor 2500 Jahren angebahnt hat: Wie der ranghöchste Beamte des persischen Königshofes einen Mordplan gegen das jüdische Volk ausheckt, aber buchstäblich in letzter Minute gestoppt wird – und zwar durch Esther, die jüdische Frau des Grosskönigs. Das Schülertheater stellte eindrücklich Esthers wagemutigen Einsatz dar: Wie sie an ihrem inneren Schmerz fast zerbricht, sich dann aber aufrafft und so lange betet und fastet, bis sie gegen alle damals gültigen Regeln es wagen darf, beim Herrn Gemahl vorzusprechen zugunsten ihres bedrohten Volkes. Ebenso treffend wurde von den jungen Darstellern die darauf folgende Umkehrung der Verhältnisse präsentiert: Wie der Hofbeamte zur Strafe für seine Machenschaften gehängt wird, während alle Juden im persischen Reich freigesprochen und in ihre vollen Rechte eingesetzt werden.

Der Hebel wird umgelegt

Sodann ging Religionslehrerin Karin Schmid auf die Frage ein, woher Esther unter grösstem Druck Mut gefunden habe, und gab zur Antwort: «Unsere Tränen haben Kraft. Gott tut etwas mit ihnen. Er sammelt unsere Tränen in seinem Krug und verwandelt sie in etwas Gutes». Ausgelöst durch unermüdliches Beten, habe Esther einen unwahrscheinlichen Energieschub gespürt. Dadurch habe sie es fertig gebracht, dieses enorme Risiko einzugehen und ihr Leben in die Waagschale zu werfen mit den Worten: «Komme ich um, so komme ich um» (Esther 4, 16). Die Predigerin schilderte darauf-hin die Widerstände, die sich bei jedem auftürmen können und an denen wir dann fast verzweifeln. Das Leben sei manchmal wie ein sperriger Rahmen, in den alles mögliche hineingepresst wird: Das Gefühl der Minderwertigkeit, innere Verletzungen, Einsamkeit, Zweifel. Die Angst stelle sich wie eine Blockade quer in den Raum. Doch gerade diese Angst sei es letztendlich, die uns dazu bringe, den einen entscheidenden Schritt zu tun: «Das Gebet ist der Schritt, der die Wende einläutet. In diesem Augenblick wird an höherer Stelle ein Hebel umgelegt. Der Durchbruch zum Besseren ist erzielt». Dazu er-zählte Karin Schmid eine eigene Erfahrung. Vor Jahren sei sie mit ihrer Tochter an der Jerusalemer Klagemauer gestanden. «In eine Ritze zwischen wuchtige Steinquader steckten wir einen Zettel mit aufnotierten Gebetsanliegen. Zentnerlasten fielen dabei von uns ab. Wir wussten: Unsere Sorgen sind jetzt platziert an der bestmöglichen Stelle, die es gibt im Himmel und auf Erden – bei Gott und seinem Sohn».

Zusammenarbeit mit Gott

Abschliessend arbeitete Karin Schmid heraus, wie wichtig es ist, dass möglichst jeder diesen Kontakt nach oben sucht: «Während wir beten, arbeiten wir eng mit Gott zusammen. Dabei erfahren wir seine ganze Wertschätzung». Diese Botschaft wurde musikalisch vertieft. Die Band unter Leitung von Dan Schmid sang und spielte allen Zuhörern ins Herz hinein, welch grossen Wert wir haben. Jeder konnte an diesem Abend auf irgend eine Weise spüren, wie wichtig er oder sie in Gottes Augen ist – und was es sich der Schöpfer kosten lässt, uns zu retten durch Jesus und sein Kreuz. Zur Bekräftigung dieser Tatsache trugen die Sängerinnen und Sänger ein Lied mit ungewohnt drastischen Worten vor: «Aus der Asche steigt die Hoffnung auf, der Tod ist besiegt, der König lebt. Du wartest im Himmel auf uns. Danke, Jesus».

Die Eindrücke des 11. Februar 2020 werden im Städtli in lebendiger Erinnerung bleiben.

Der nächste Jugendgottesdienst ist am 17. März und hat wiederum ein fürstliches Motto, nämlich «König Salomo».