„Löwengebrüll und Gottvertrauen“ – Jugend-Gottesdienst vom 5.3.2019

Eine volle Stadtkirche und ein Programm, das es in sich hatte, erlebten Schülerinnen und Schüler aus Diessenhofen am vergangenen Dienstagabend. Der Jugend­gottesdienst präsentierte sich in einem noch grösseren Format als bisher. Denn auch junge Besucher aus Basadingen, Schlattingen und Willisdorf waren mit von der Partie, dazu jede Menge Eltern und Grosseltern.

Das Thema lautete „Gottvertrauen“. Als Beispiel dafür wurden der persische Herrscher Darius und sein Top-Berater Daniel vorgestellt in einem Theaterstück, das immer wieder von donnergrollendem Löwengebrüll unterbrochen wurde. Die Botschaft lautete: Alle Drohungen und Prüfungen, die das Leben mit sich bringt, meistert Daniel mit kraftvollem Gebet und Glauben. Und die schlimmste Krise – als er nämlich Löwen zur Fütterung vorgeworfen wird – bewältigt er mit Hilfe eines fürsorglichen Engels, der die Löwen schläfrig macht und ruhigstellt.

In ihrer Predigt griff Religionslehrerin Karin Schmid dieses Thema auf: „Das Leben ist manchmal überhaupt nicht fair zu uns. Aber Gott ist derselbe wie damals bei Daniel. Gott ist wie ein Anker, der dich ruhig und sicher festhält, wenn dich eine gefährliche Strömung mitreissen will.“ Sie schilderte nicht nur Daniel, sondern auch Darius als vorbildlich. Denn der persische Herrscher habe zwecks Steigerung des Gebets sogar gefastet. Und als nicht schlafen konnte, habe er umso stärker gefastet und gebetet. „Vielleicht hast du ebenfalls Momente, in denen du nicht schlafen kannst, weil dich etwas beschäftigt“, wandte sich Frau Schmid direkt an die Hörerinnen und Hörer. „Auch du bist eingeladen, mit Gott Kon­takt aufzunehmen. Du kannst ihm eine whats app senden und ihm mit­teilen, dass du nicht schlafen kannst. Gott ist viel mächtiger, als wir es uns vorstellen können. Wer zu ihm betet, wird Ruhe und Frieden finden.“

Sodann berichteten Brigitta Lampert, Daniel Schmid und Jael Mascherin, wie sie Gott erlebten in den grossen und kleinen Krisen ihres Lebens, und wie sie trotz aller Wider­stände am Glauben und an der kirchlichen Gemeinschaft festgehal­ten haben. Danach erfolge eine kurze Zeit der Besinnung. Jeder Gottesdienstbesucher konnte seine persönlichen Anlie­gen in einem stillen Gebet vor Gott bringen. Anschliessend bekam jeder einen kleinen weissen Stein überreicht als Erinnerung an diesen Abend und als Anregung zum Beten.

Wie bisher, war auch dieser Jugendgottesdienst eine Gemeinschaftsleistung der Schülerinnen und Schüler, die in verschiedenen Arbeitsgruppen zum Gelingen des Anlasses beitrugen: Die Band sang eindringliche Loblieder, in denen Gott und Jesus geehrt wurden, und verbreitete damit eine entspannte und zugleich nachdenkliche Stimmung. Das Technik-Team war der Garant für den reibungslosen Ablauf in den Bereichen Bild und Ton. Die Moderatorinnen und Moderatoren führten humorvoll und zielsicher durch das Programm. Das Deko-Team sorgte für eine originelle Ausstattung und Ausschmückung der Kirche. Das Apero-Team lud im Anschluss zu einem gemütlichen Beisammensein im Kirchgemeindehaus bei Hotdogs, Gebäck und Getränk ein. Das Werbe-Team verteilte originell gemachte Flyer als Einladung für den nächsten Jugend­gottesdienst. Er findet am 2. April statt und ist der Frage gewidmet: „Was macht der Osterhase in der Kirche?“

„New Start“

Dies sang die Band der evangelischen Kirchgemeinde Diessenhofen im Jugendgottesdienst am Dienstag. Dieses zu Herzen gehende Lied bildete den Start für einen denkwürdigen Abend, der zahlreiche junge Leute mit ihren Freunden, Eltern und Grosseltern in der Stadtkirche zusammenführte. Von einer originellen Bildtechnik, einer ausdrucksstarken Dekoration sowie einem feinen Imbiss im Anschluss wurde der Anlass umrahmt.

Und das Ganze wurde gewürzt mit einem Theaterstück, das die Geschichte des betrügerischen Zollbeamten Zachäus auf humorvolle Weise präsentiert: Beeindruckt von einem Abendessen mit Jesus, gibt er die Hälfte seines Vermögens den Bedürftigen und Armen (Lukasevangelium Kapitel 19, Verse 1 bis 10). Diese Verteilaktion wurde im Gottesdienst symbolisch dargestellt, indem unzählige Goldstücke aus Schokolade an das Publikum verstreut wurden.

An die Umkehr des Zöllners knüpfte Religionslehrerin Karin Schmid an, indem sie zu einem neuen Start im neuen Jahr aufrief: „Jesus Christus blickt dich freundlich an, genau wie er Zachäus in den Blick genommen und persönlich besucht hat.“ Weil wir uns der gespannten Aufmerksamkeit Jesu sicher sein können, werde nun auch bei uns etwas ausgelöst, das Folgen fürs Leben hat: „Wir sind nun bereit, einen begangenen Schaden wieder gut zu machen, entschuldigen uns bei den betreffenden Leuten und wagen einen neuen Anfang.“ Dieser Appell wurde sogleich praktisch umgesetzt: Jeder Gottesdienstbesucher notierte auf einem Zettel, was ihn bedrückt, und brachte seinen Schuldzettel nach vorn zum Taufstein. Dort stand ein Schredder, der alle belastenden Papiere restlos vernichtete.

Die Neuordnung des Lebens im neuen Jahr war ebenfalls Hauptthema der Band. Ihre Lieder bildeten den emotionalen Höhepunkt. Der eigentliche Grund, warum Menschen einen Neustart überhaupt wagen, liegt laut den Liedtexten daran, dass wir uns von der Begeisterung über Jesus mitreissen lassen, von seiner Ausstrahlung und von den Taten, die er vollbracht hat: „O wie schön dieser Name ist, der Name Jesus. Der Tod hat verloren, zerrissen der Vorhang, und Sünde und Grab schweigen vor dir. Die Himmel laut tosend, voll Herrlichkeit lobend, weil du nun auferstanden bist.“ Dieses eindringliche Lied, das man einfach gehört haben musste, klang auch nach Ende der Veranstaltung noch lange in den Ohren nach.

(Text: Gottfried Spieth, Bilder: Thomas Lüders)

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Missionsgottesdienst vom 20.01.2019

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Das ostafrikanische Land Äthiopien war der Schwerpunkt des Diessenhofer Gottesdienstes am vergangenen Sonntag in der evangelischen Stadtkirche. Christoph Zinsstag aus Unterstammheim, Geschäftsführer des Hilfswerks SELAM, berichtete über die Arbeit mit äthiopischen Waisenkindern bis zu ihrer Berufsausbildung bzw. Matura. Er schildete zunächst die Vorgeschichte: Bereits im 19. Jahrhunderte seien Pilgermissionare aus St. Chrischona BS ins kaiserlich regierte Äthiopien gekommen als gern gesehene Bibelübersetzer und Impulsgeber, die auch diplomatische Aufgaben erfüllten und nicht selten zur Befriedung des Landes beitrugen. Damit sei die Jahreslosung von 2019 aus Psalm 34,19 vorweggenommen: Suche Frieden und jage ihm nach!

«Das Schlüsselwort Friede taucht wiederum im Namen des Hilfswerks SELAM auf», fuhr Zinsstag fort. Als Antwort auf eine landesweite Hungersnot seien seit Mitte der 1980er Jahre Schulen und Werkstätten schrittweise aufgebaut worden – vor allem dank des bahnbrechenden Einsatzes von Marie-Luise und David Röschli und ihrer äthiopischen Adoptivtochter Zahai. Aus kleinen Anfängen habe sich das Waisenhaus entwickelt zu einer breit aufgestellten sozialpädagogischen Einrichtung, die beispielgebend für die derzeitige fortschrittliche Regierung Äthiopiens ist.

Seinen Bericht untermalte der Geschäftsführer von SELAM mit einer lebhaften Schilderung kirchlicher Sitten und Bräuche Äthiopiens. «Dieses grösstenteils christlich-orthodoxe Land feiert mit farbenfrohen Umzügen, Gottesdiensten und Wasserritualen, allesamt von Tanz und Trommelwirbel umrahmt, jedes Jahr am 19. und 20. Januar die Taufe von Jesus Christus», erläuterte er. Damit stellte er den Bezug zur Schriftlesung des Gottesdienstes her, die von Irina Sutter aus Matthäus 3,13-17 vorgetragen wurde.

Dieses Thema entfaltete Pfarrer Gottfried Spieth weiter. Er regte solch ein fröhliches Taufgedenken nicht nur in Äthiopien, sondern auch im Städtli an. Der Anfang dazu sei gemacht: Symbolische Rheinwellen aus Metall mit kleinen silbrigen Fischen, die die Namen der getauften Kinder tragen, zieren seit kurzem eine Wand der Stadtkirche. «Das kann die ganze Gemeinde in eine lebendige, schwungvolle Beziehung zur Taufe bringen. Wir alle sind berufen, täglich aus unserer Taufe zu leben. Mit Freude setzen wir dann den Taufbefehl von Jesus Christus in die Tat um», lautete der Schlusssatz der Predigt mit einem Zitat von Matthäus 28,28-30.

Der Gottesdienst wurde an der Orgel von Martin Schweingruber (Steckborn) musikalisch gestaltet und bot viele originelle Informationen und Anregungen zum Weiterdenken.

Ergänzende Informationen zum Hilfswerks SELAM

(Text: Gottfried Spieth, Bilder: Brigitta Lampert)