Das Städtli schreibt Geschichte

Ostergottesdienst für ukrainische Flüchtlinge

Am vergangenen Sonntag ereignete sich eine absolute Neuigkeit in der Diessenhofer Stadtgeschichte: ein mehrsprachiger Gottesdienst in der Stadtkirche fand grosse Resonanz bei etwa 100 Besucherinnen und Besuchern. Zahlreiche Flüchtlinge aus der Ukraine mitsamt ihren Quartiergebern von beiderseits des Rheins fanden sich ein. Gemeindeglieder aus dem Städtli und der Umgebung – insbesondere aus Gailingen und Büsingen – liessen es sich nicht nehmen, diesen Anlass gespannt mitzuverfolgen. Dies geschah aus Anlass des orthodoxen Osterfestes, das gemäss dem julianischen Kalender dieses Jahr eine Woche nach unserem Osterfest stattfindet.

Zweisprachige Darbietung

Die festliche Liturgie mit Wechselgesängen zwischen Pfarrer und Gemeinde erfolgte nach der Gottesdienstordnung der benachbarten badischen Landeskirche. In den Ablauf wurden Gedanken und Anregungen aus der osteuropäischen Frömmigkeit eingeflochten. Die Lesung des Bibeltextes aus der Apostelgeschichte des Lukas Kapitel 10, 34-43 besorgte mit muttersprachlich kräftigem Einsatz Frau Lubov aus Lwiw (Lemberg/Westukraine). Bestens auf diese Veranstaltung zugeschnitten waren die mehrsprachig singbaren Lieder aus Taizé ebenso wie die Gebete, die auf russisch und deutsch erklangen. Da fast alle Flüchtlinge neben ukrainisch auch perfekt russisch sprechen, gab es kein Problem beim Verstehen; zudem lag die ukrainische Fassung der Predigt in schriftlicher Form auf.

Ganzheitliche Zukunft

In seiner auf russisch und deutsch vorgetragenen Osterpredigt betonte Pfarrer Gottfried Spieth, dass die Auferstehung Jesu Christi eine ebenso körperliche wie geistige Bedeutung habe. Sie verschaffe allen Menschen Hoffnung: und zwar im Hinblick auf eine ganzheitliche Erneuerung der Welt, die der wiederkommende Herr bewerkstelligen werde – und die mit kleinen Schritten jetzt schon beginne.

Natascha Albash brachte österlich anregende Orgelmusik zu Gehör. Messmer Andreas Birrer sorgte für eine reibungslose gottesdienstliche Organisation. Im Anschluss versammelte sich eine grosse mehrsprachige Schar im Kirchgemeindehaus zum Kirchenkaffee. Hierbei wurden zahlreiche West-Ost-Kontakte geknüpft und vertieft im Geiste von Frieden und Völkerverständigung. In dankbarer Stimmung ging man auseinander in der Hoffnung auf einen baldigen ähnlichen Anlass.

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