Andacht zum Suppensonntag vom 22. März 2020

Wie dankbar sind wir für die Suppentage, die in den vergangen Jahren und Jahrzehnten jeweils im Monat März durchgeführt wurden! Sie führten unsere reformierte und katholische Kirchgemeinde hier im Städtli mit unseren Nachbargemeinden in Basadingen, Schlattingen, Willisdorf und Schlatt in wahrhaft ökumenischer Weise zusammen.

Jedesmal boten diese Suppentage ein besonderes Erlebnis der Gemeinschaft. Jedesmal wurden wir im Glauben gestärkt. Jedesmal wurden wir dazu angeregt, benachteiligten Menschen in anderen Ländern zu unterstützen. Immer wieder wurden wir aufmerksam gemacht auf die Notlage der Natur, die unter dem Raubbau profitgieriger Gruppen leidet. Immer wieder wurden wir getröstet durch unseren Vater im Him-mel. Er verheisst seiner ganzen Schöpfung: „Siehe, ich mache alles neu!“ (Offenbarung des Johannes 21,5).

Auch in diesem Jahr war der Suppensonntag fix geplant. Die Rhy-Halle war fest gebucht. Mit Hauswart Jörg Oechslin waren alle Details abgesprochen. Unser Küchenteam unter Leitung von Jael Mascherin hatte ein wunderbares Rezept parat, das an diesem 22. März in eine wohlschmeckende Suppe für 200 und mehr Gäste umgesetzt werden sollte. Die Konfirmandinnen und Konfirmanden standen bereit, beim Servieren dieser Suppe tatkräftig mitzuhelfen. Aus Frauenfeld hatten wir extra Urs Brosi, Generalsekretär der katholischen Landeskirche im Kanton Thurgau, als Redner eingeladen. Zwischen Mittagessen und Kaffeetrinken wollte er uns mit Bildern über das Jubiläum „150 Jahre Thurgauer Landeskirchen“ berichten.

Für den Gottesdienst in der Stadtkirche, der dem Suppenessen vorausgehen sollte, hatten wir Pfarrerinnen und Pfarrer aus dem ehemaligen Bezirk Diessenhofen ein ansprechendes Programm vorbereitet zu dem Thema „Säen und natürlich wachsen lassen“. Die Schülerinnen und Schüler der 6. Religionsklasse hatten dazu ein Sprechtheater eingeübt über das Gleichnis vom vierfachen Ackerfeld (Matthäus 13,1-9).

Denn laut der Ökumenischen Aktion von „Brot für Alle“ und „Fastenopfer“ steht dieses Jahr das Saatgut im Mittelpunkt. Saatgut ist die Grundlage des Lebens: Aus ihm wächst Nahrung. Nahrung ist ein grundlegen-des Bedürfnis der Menschheit. Dies zeigt sich an vielen Stellen in der Bibel: Saat gilt als Geschenk Gottes und ist gemein¬sames Gut. Und das bedeutet: Den Bäuerinnen und Bauern unter uns und in aller Welt gebührt unser Dank und unsere Wertschätzung. Gerade Jesus Christus hat sich immer wieder anerkennend über die Arbeit der Landwirte geäussert. In seinen Reden spricht er mit sensibler Aufmerksamkeit und grossem Wohlwollen vom Säen, Wachsen und Ernten. Diese landwirtschaftlichen Vorgänge malt er in kräftigen Farben aus und deutet sie für unser Leben.
Und zuletzt vergleicht Jesus sogar sich selbst mit dem ausgestreuten Samen: Wie das Weizenkorn in die Erde fällt und in seine Bestandteile zerfällt, um anschliessend einen frischen Halm hervorzubringen mit vielen Körnern – genauso stirbt der Heiland und wird ins Grab gelegt, um anschliessend zu einem neuen Leben aufzustehen und unzählig viele Menschen glücklich zu machen (Evangelium nach Johannes 12,24).

Der diesjährige Suppentag samt Gottesdienst fällt wegen der Corona-Krise aus. Aber die Botschaft dieses Tages begleitet uns an diesem 22. März und in den nachfolgenden Wochen. Es ist die Botschaft vom Säen, Wachsen und Ernten. Ich hoffe und bete, dass wir miteinander den besonderen Segen dieses Tages spüren. – und dass wir erleben, wie Jesus Christus durch sein Sterben und Auferstehen die ganze Schöpfung zu einem neuen Aufblühen und ewigen Frühling führt!

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