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Orgelkonzert mit Thomas Schäfer-Winter

DIE KUNST DER FUGE

Am Sonntag, 24. Juni fand in der Stadtkirche Diessenhofen ein wunder-schönes Orgelkonzert von Johann Sebastian Bach „Die Kunst der Fuge“ mit dem virtuosen Konzert-organisten Thomas Schäfer-Winter statt.

DIE KUNST DER FUGE 

in der Fassung des Erstdruckes

Eines der grossen Werke, mit denen sich Johann Sebastian Bach über einen langen Zeitraum und bis in seine letzten Lebenswochen beschäftigt hat, ist die Kunst der Fuge, eine Sammlung von Fugen und Kanons, deren Besonderheit darin liegt, dass allen darin enthaltenen Sätzen ein gemeinsames Grundthema zugrunde liegt. Die Komposition, eine Zusammenfassung der gesamten klassischen Kontrapunktlehre, hat bis heute die Aura des Geheimnisvollen, des Rätselhaften und Verborgenen nicht verloren, und es ist offensichtlich, dass der Komponist höchste geistige und künstlerische Massstäbe anlegte.

Die Kunst der Fuge ist in 2 Fassungen überliefert, einer autographen Reinschrift und dem erweiterten und umgearbeiteten Erstdruck, der 24 Einzelstücke umfasst, jedoch unvollendet blieb.

Im Konzert erklang die selten zu hörende Gesamtfassung des Erstdrucks auf der Orgel, die heute neben dem Cembalo als die von Bach ursprünglich gedachte Instrumentenbesetzung anerkannt ist. Die Spielzeit betrug mit einer Pause ca. 120 Minuten. Ich glaube, dass das einzigartige Werk auf der Orgel so abwechslungsreich und fesselnd dargestellt werden konnte, dass die Zumutung von Länge und struktureller Komplexität einem besonderen Hörerlebnis nicht im Wege stand. Der Cembalist Christian Rieger schreibt dazu in der Einführung seiner CD-Einspielung:

Noch wichtiger aber ist das, was uns durch die Struktur (manche sagen auch: trotz der Struktur) verschwenderisch anrührt: Aufruhr und Beruhigung, Kraft, Verletzbarkeit, Behutsamkeit, Empfindsamkeit und vieles andere mehr. Vor allem aber eins: Poesie im Übermaß. Oder, um es mit den Worten eines Komponisten zu sagen, der wusste, was Struktur ist: "Gestern Kunst der Fuge gehört. Herrlich!! Ein Werk, das bisher für Mathematik gehalten wurde. Tiefste Musik!“ (Brief Alban Bergs an seine Frau Helene, 1928).

Ihre Organistin Annedore Neufeld

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