Jugendtreff mit Vater Abraham

Landverheissung und Kindersegen

Zwei Diessenhofer Jugendgottesdienste am Dienstagabend mit Ausstrahlung in die gesamte Region waren dem Thema „Abraham“ gewidmet. In beiden Veranstaltungen spielten junge Leute aus Basadingen-Schlattingen-Willisdorf ein Theaterstück aus alttestamentarischer Frühzeit – mit einem Nomadenzelt, farbenfrohen Kostümen und einer souveränen Stimme aus dem Hintergrund, die den Ruf von ganz oben symbolisierte. Eindrucksvoll führten die Darsteller vor Augen, wie der bereits betagte Viehzüchter Abraham aus dem Morgenland mit seiner ebenso in die Jahre gekommenen Gattin Sara zu einem überlangen Fußmarsch ins Land der Verheissung aufbricht, durch führungsstarke Befehle des Herrn bewegt. Aufwendig setzten die Schüler in Szene, wie der Wanderer, endlich am Ziel angekommen, zwei steinerne Altäre aufschichtet, um dem göttlichen Weltenlenker für die erfolgreiche Reiseleitung zu danken – worauf er in sternenklarer Nachtvision aufgeklärt wird über die grosse Zukunft seiner Familie.

Sodann präsentierten die Darsteller einen allerhöchsten Besuch in Gestalt dreier geheimnisvoller Männer, die urplötzlich vor Abrahams Zelt auftauchen. Gekonnt vermittelten die jungen Akteure diesen wuchtigen Auftritt, aber gleichzeitig den humorvollen Zwischenton, mit dem die göttlichen Besucher Sara in ein ebenso ernstes wie unterhaltsames Gespräch verwickeln. Und zwar worüber? Über den zu erwartenden männlichen Nachwuchs. Dieser kommt binnen Jahresfrist tatsächlich zur Welt.

Ertrag des Glaubens  

Diese Szenen aus dem alten Testament bahnten Religionslehrerin Karin Schmid den Weg zu ihrer Predigt. Thema war das genaue Hinhören und vertrauensvolle Handeln. „In Bibel und Naturereignissen, aber auch durch menschliche Worte und Lieder vernehmen wir Gottes Stimme“, betonte Frau Schmid. Abraham habe dem göttlichen Anruf den Vorrang gegeben vor anderen Einflüssen. Im Gebet habe er seiner Überzeugung Ausdruck verliehen, dass bei Gott „kein Ding unmöglich“ ist (1. Mose Kapitel 18, Vers 14). Überzeugt von der fehlerlosen Zielstrebigkeit, mit der Gott die beschlossenen Pläne durchzieht, habe sich Abraham dieser optimalen oberen Führungskraft anvertraut.

„Wer sich für einen solchen Glaubensweg entscheidet, muss allerdings auch Wagnisse eingehen“, räumte Frau Schmid ein. Ein solches Wagnis geschehe jedoch nicht ins Blaue hinein, sondern habe seine guten Gründe. Das sei ähnlich wie bei einem Fallschirmspringer, der beim Absprung auf die Zuverlässigkeit seines Materials setzt. Frau Schmid bat die jugendlichen Zuhörer eindringlich, den zuverlässigsten Autoritäten des Universums – nämlich Gott und seinem Sohn Jesus – jenen obersten Platz in unserem Leben zu geben, der ihnen gebührt. „Wer diesen Schritt tut, darf mit grosser Belohnung rechnen“, versicherte sie. Gott überlade und überschütte glaubende Menschen mit guten Dingen und Erfolg – auch wenn er ihnen Schwierigkeiten auf dem Weg nicht erspare. Das Vertrauenslied „Der Herr segne dich“, von der Band in die Herzen des Publikums hineingesungen, vertiefte die freundliche Einladung, auf Gottes Stimme aufmerksam zu lauschen und entsprechend zu antworten.

Preiswürdiger Einsatz für die Jugend

Die Band unter Leitung von Dan Schmid erfüllte den Abend mit mitreissenden Liedern, Begleitmelodien und ausgereiften Klangbildern zur Ehre Gottes. Schülergruppen für Spiel, Theater, Dekoration, Moderation und Werbung waren verantwortlich für das rundum gute Gelingen.

Präsidentin Jael Mascherin berichtete in einem Grusswort von einem Wettbewerb, den die Evangelische Landeskirche Thurgau seit 2020 für engagierte Jugendarbeit ausschreibt. Dieses Jahr habe die reformierte Kirchgemeinde Diessenhofen mit ihrem Projekt „Youth Church“ unter dem Motto „Junge Talente fördern und fordern“ den zweiten Preis mit einem Preisgeld von 1000.- Franken gewonnen. Sie dankte Projektleiterin Karin Schmid mit Blumen für den geleisteten Einsatz.

Die zwei Abendgottesdienste für die 5. bis 7. sowie für die 8. und 9. Klasse wurden von Pfarrer Rolf Roeder (Basadingen-Schlattingen-Willisdorf) mit dem Unser Vater und Segen beschlossen. Die nächsten beiden Veranstaltungen dieser Reihe sind am Freitag 28. Mai zu dem Thema „Hanna“.

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